Vergleichsstück · Großbritannien
Lanchester Mk I / Mk I*
- Fertigung
- Sterling Armaments Company (Firmenkürzel „SA" auf dem Magazingehäuse), Endmontage im für die Kriegsdauer von Clarke & Sherwell Ltd. übernommenen Werk Kingsthorpe Road, Northampton — dazu W. W. Greener, Birmingham, und Boss & Co., London; Zulieferung nach einer Darstellung über mehr als vierzig Betriebe. Der Firmensitz des Hauses lag als Sterling Engineering Co. Ltd. in Dagenham; die Lanchester-Montage saß nicht dort
- Kaliber
- 9 × 19 mm
- Zeitraum
- 1941–1945
- Belegstatus
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden
Diese Belegnotiz beginnt mit ihrem eigenen Hauptmangel: Die maßgebliche Spezialdarstellung — Gyles Wiggins, „The Lanchester Machine Carbine: A Collector's Guide", Vickers MG Collection and Research Association, 2025 — war für diesen Eintrag NICHT einsehbar. Sie ist hier ausschließlich über die englische Wikipedia zitiert, die sich seit 2025 in weiten Teilen auf sie stützt. Alle Angaben, die im Folgenden mit „Sammlerdarstellung von 2025" bezeichnet sind, stehen deshalb auf einer Zitatstufe zweiter Hand. GUT BEZEUGT und mehrfach unabhängig gedeckt sind: die Herleitung aus der MP 28,II, der Anlass nach Dünkirchen 1940, George Herbert Lanchester als verantwortlicher Ingenieur bei Sterling, die Endmontage bei Sterling, Greener und Boss, das Magazingehäuse aus Bronze beziehungsweise Messing, der Bajonettsitz für das Seitengewehr Pattern 1907 auf Verlangen der Admiralität, der Gewehrschaft mit Messingkappe, die Behelfssicherung über den Spannhebel, das 50-Schuss-Magazin und dessen Austauschbarkeit mit dem Sten-Magazin, die Kaliberangabe 9 × 19 mm sowie die Nutzung durch die Royal Navy bis in die 1970er Jahre. Der Fertigungsbeginn 13. Juni 1941 stammt aus dem Katalog der Royal Armouries, der erste Auftrag vom 16. Juni 1941 über 20.000 Stück aus der Sammlerdarstellung von 2025; ob es sich um zwei Vorgänge oder um dieselbe Akte in zwei Lesarten handelt, ist hier NICHT entschieden. WIDERSPRÜCHLICH und für die Bestimmung erheblich ist die Umschaltung. Der Abschnitt „Operation" der englischen Wikipedia hält unter Berufung auf die Sammlerdarstellung von 2025 fest, ein Umschalter sei nur an Vorserienmustern verbaut gewesen und Serienwaffen seien sämtlich reine Dauerfeuerwaffen. Alle übrigen eingesehenen Darstellungen — darunter der Katalog der Royal Armouries, zwei Zeitschriftendarstellungen und eine Waffenkundeseite — schreiben dem Mk I einen Umschalter vor dem Abzugsbügel zu, den erst der Mk I* fortließ. Dieser Eintrag stellt beides nebeneinander und entscheidet nicht. Entscheidbar wäre es an einem zerlegten Abzugsgehäuse einer datierten Serienwaffe. WIDERSPRÜCHLICH ist die Zügezahl, und der Widerspruch betrifft eine Angabe, die dieses Register an anderer Stelle bereits als Bestimmungsmerkmal führt. Die derzeitige englische Wikipedia sagt, die Zügezahl sei zur Fertigungsbeschleunigung von sechs auf zwei verringert worden. Eine ältere Fassung derselben Seite, wie sie in mehreren Spiegelungen und einer Händlerbeschreibung fortlebt, sagt stattdessen, die Züge seien „in Einzelheiten" geändert worden, um verschiedene Lose britisch beschaffter 9-mm-Munition zu verkraften; eine dieser Spiegelungen nennt ausdrücklich sechs Züge mit Rechtsdrall. Beide Aussagen stützen sich auf keine eingesehene Zeichnung und kein vermessenes Stück. Der Eintrag zur MP 28,II führt die Angabe „von sechs auf zwei" bislang ohne diesen Vorbehalt; sie ist dort zu relativieren. Am Objekt ist die Frage in einer Minute zu klären, indem man in den Lauf sieht. WIDERSPRÜCHLICH ist die Stückzahl. Genannt werden 81.000 gesamt bei einer Aufteilung Sterling 59.000, Greener 18.000, Boss 4.000 (englische Wikipedia nach der Sammlerdarstellung von 2025); 79.790 gesamt (Royal Armouries und eine weitere Darstellung); Sterling 74.579, Greener 16.990, Boss 3.900, was sich auf 95.469 summiert, während dieselbe Darstellung im Text von „bis zu 80.000" spricht; und „knapp 100.000" beziehungsweise „weniger als 100.000" in zwei weiteren Darstellungen, die dazu Sterling 75.000, Greener 17.000 und Boss knapp 4.000 nennen. Dieser Eintrag folgt der Zahl 81.000, weil sie mit einer benannten Aufteilung auf drei Montagebetriebe verbunden ist. Die Spanne der Fertigungszahlen liegt damit zwischen rund 80.000 und knapp 100.000 und ist keine Messstreuung; offenkundig zählen die Angaben Verschiedenes, vermutlich Aufträge gegen Ablieferungen. AUSDRÜCKLICH KEINE Fertigungszahl ist die verbreitete Angabe „50.000": Sie bezeichnet in beiden Darstellungen, die sie führen, den Umfang des Beschaffungsauftrags — einmal als Auftrag des War Office an Sterling, hälftig für Royal Navy und Royal Air Force, in der Wiedergabe einer Auskunft von Jonathan Ferguson (Royal Armouries), einmal in derselben Formulierung in einer Zeitschriftendarstellung, die zugleich eine Monatsleistung von rund 3.400 Stück nennt. Eine frühere Fassung dieses Eintrags hat die Zahl als Fertigungsergebnis gelesen und daraus einen Widerspruch „um den Faktor zwei" abgeleitet; das war ein Lesefehler und ist hier berichtigt. Zum Auftragsstand tritt sie neben die 20.000 des ersten Vertrags vom 16. Juni 1941. WIDERSPRÜCHLICH ist das Fertigungsende. Der Katalog der Royal Armouries nennt Oktober 1943, die Sammlerdarstellung von 2025 nennt den 14. Oktober 1943 als Datum des LETZTEN AUFTRAGS und die Fertigstellung 1945 mit den letzten Mk I** bei Boss. Es liegt nahe, dass beide Angaben auf dieselbe Akte zurückgehen und eine von beiden das Vertragsdatum als Fertigungsende gelesen hat; belegt ist das nicht. Der Kopf dieses Eintrags führt deshalb 1945 und weist den Widerspruch hier aus. UNSICHER ist das Schaftmuster. Die englische Wikipedia nennt an zwei Stellen das Lee-Enfield No. 4 Mk I, führt im selben Absatz aber die Bajonetthalterung für das Pattern 1907 an, das Bajonett des SMLE No. 1 Mk III. Mehrere andere Darstellungen, darunter Forgotten Weapons und eine Zeitschriftendarstellung, nennen den SMLE-Schaft. Für das SMLE sprechen zwei Sachgründe: Das No. 4 Mk I lief erst 1941 in die Massenfertigung, und das No. 4 führte das Dornbajonett. Dieser Eintrag folgt dem SMLE und weist den Widerspruch aus — dieselbe Entscheidung wie im Eintrag zur MP 28,II. NICHT BELEGT ist die Herkunft der Vorlagestücke, und sie trägt einen Datumsfehler. Zwei Darstellungen nennen zwei MP 28,II, die über Addis Abeba nach England gelangt seien; eine Beschaffungsakte, ein Datum oder eine Seriennummer wird nirgends genannt. Die ausführlichere der beiden stellt die Stücke ausdrücklich als Beutegut aus Italienisch-Ostafrika dar — die Formulierung „erbeutet" widerspricht der Herkunft aus Addis Abeba also nicht, sondern gehört zu ihr. Unvereinbar ist dagegen die Zeitrechnung: Dieselbe Darstellung datiert die Befreiung von Addis Abeba auf 1940, tatsächlich fiel die Stadt am 6. April 1941. Die Vorlagestücke wären damit erst nach dem Entwurfsjahr 1940 und rund zwei Monate vor dem ersten Fertigungsauftrag in England eingetroffen. Entweder ist der Weg über Addis Abeba falsch datiert, oder er beschreibt nicht die Vorlage, sondern eine spätere Lieferung. Für die Musterwaffe von 1940 kommt daneben die 1939 von Sterling selbst vorgeführte MP 28,II in Betracht; ein Beleg dafür, welches Stück auf dem Zeichenbrett lag, liegt nicht vor. NEU BELEGT gegenüber dem bisherigen Stand dieses Registers, aber weiterhin nur über die Sammlerdarstellung von 2025 zugänglich, ist die Lizenzfrage: Sterling habe die Fertigungslizenz für die MP 28 gehalten und die Waffe 1939 dem Luftfahrtministerium und der Royal Navy vorgeführt. Trifft das zu, ist die Lanchester rechtlich eine Lizenzfertigung ohne erreichbaren Lizenzgeber und keine Raubkopie; die Gegenpartei war ab September 1939 nicht mehr zu fragen. Der Eintrag zur MP 28,II führt diese Angabe bislang als unbelegt; sie ist dort nachzuziehen. WIDERSPRÜCHLICH ist der Verbleib des S&W Model 1940 Light Rifle, mit dem das Luftfahrtministerium die Lanchester ersetzen wollte. Die englische Wikipedia hält im Lanchester-Artikel fest, die Waffen seien wegen Mängeln an der Abzugsstange nie geliefert worden; ihr eigener Artikel zu dieser Waffe sagt, die britische Regierung habe den Vertrag nach Abnahme von 60 Mustern und 950 Waffen gekündigt und die Stücke nicht bei der Truppe eingeführt; eine Zeitschriftendarstellung spricht von 2.000 abgenommenen Karabinern. Für diesen Eintrag ist nur der Ausstieg des Luftfahrtministeriums erheblich, und der ist unstrittig. Die Formulierung „nie geliefert" ist es nicht und steht hier deshalb nicht mehr als Tatsache. NICHT GEPRÜFT sind drei Einzelangaben: die Austauschbarkeit von Verschluss und Magazin zwischen MP 28,II und Lanchester (ausdrücklich behauptet in einer Zeitschriftendarstellung, kein Objektbeleg eingesehen); der Preis von rund 14 Pfund je Waffe gegen 2 Pfund 6 Schilling für die Sten (Zeitschriftendarstellung ohne Aktennachweis); und die Händlerangabe, spätere Kriegsfertigung habe das Magazingehäuse aus Stahl statt aus Bronze ausgeführt. Letztere widerspricht keiner anderen eingesehenen Quelle, wird aber auch von keiner gestützt. NICHT NACHGEPRÜFT ist die Mündungsgeschwindigkeit von 379 m/s. Sie steht in der Infobox der englischen Wikipedia ohne Prüfbedingungen. Auffällig ist sie entgegen einer früheren Fassung dieses Eintrags nicht: Die Sten Mk II wird mit 365 m/s aus 196 mm Lauf geführt, und 203 mm Lauf ordnen sich dort bruchlos ein. Der erklärungsbedürftige Wert ist eher der der MP 40 mit rund 380 m/s aus 251 mm Lauf. NICHT ÜBERNOMMEN wurde die in einer Darstellung enthaltene Behauptung, die britische Fertigung sei eine Verbesserung der deutschen Vorlage gewesen. Belegt ist eine Anpassung an britische Werkstoffe, Ausrüstung und Dienstzwecke; ein Leistungsvergleich der beiden Waffen liegt diesem Register nicht vor. ABSCHÄTZUNG DIESES REGISTERS und ausdrücklich keine Quellenaussage ist die im Funktionsablauf genannte Vorlaufzeit des Verschlusses in der Größenordnung von dreißig Millisekunden; sie folgt aus der Zyklusdauer bei 600 Schuss je Minute und nicht aus einer Messung.
So funktioniert sie
Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.
Im Inneren arbeitet diese Waffe genau wie die Suhler MP 28, von der sie abgeschrieben ist. Vor dem Schuss steht das schwere Stahlstück, das den Lauf von hinten zuhält, ganz hinten und wird dort von einem Haken festgehalten; im Lauf steckt keine Patrone. Beim Abdrücken weicht der Haken nach unten, eine Feder treibt das Stahlstück nach vorn, es schiebt eine Patrone aus dem waagerecht von links eingesteckten Magazin in den Lauf, und der fest daran sitzende Zündstift zündet sie im Augenblick des Anschlagens. Der Rückstoß wirft das Stück zurück, die leere Patronenhülse fliegt nach rechts heraus, und solange der Abzug gezogen bleibt, wiederholt sich das etwa zehnmal in der Sekunde. Verriegelt wird dabei nichts; das Gewicht allein hält den Lauf lange genug zu. Britisch ist an dieser Waffe alles, was man anfassen kann. Der Schaft ist ein Gewehrschaft, aus dem Holz der eingeführten Armeegewehre zugeschnitten, mit einer Kappe aus Messing am hinteren Ende; vorn unter der Mündung sitzt eine Halterung für das lange Bajonett eben dieser Gewehre, auf der die Admiralität ausdrücklich bestand, weil ihre Leute damit an Bord gehen und Gefangene bewachen sollten. Der Kasten, in den das Magazin gesteckt wird, ist aus einem Block Bronze herausgearbeitet statt aus Blech gebogen. Salzwasser setzt ihm weit weniger zu als Stahl. Das Ergebnis wiegt gut vier Kilogramm und damit gut ein Kilogramm mehr als die britische Sten, die dieselbe Aufgabe zur selben Zeit mit einem Bruchteil des Aufwands erledigte.
Dieser Eintrag steht hier, weil ein einziger anderer ihn vierundzwanzigmal voraussetzte, bevor es ihn gab. Die MP 28,II verweist an fast jeder Stelle auf ihn: bei der Stückzahl, beim Magazin, bei der Sicherung, beim Visier, bei der Frage nach dem Abzug. Der Grund ist einfach. Die mit Abstand größte Fertigung einer Suhler Maschinenpistolenkonstruktion fand nicht in Suhl statt, sondern in Northampton, Birmingham und London, und sie fand im Krieg gegen Deutschland statt.
Entwicklung
Großbritannien hatte im Sommer 1940 keine Maschinenpistole. Dahinter stand eine Haltung und keine Fertigungslücke: In der Zwischenkriegszeit galt die Gattung im britischen Militär als Gangsterwaffe und wurde nicht beschafft. Nach Dünkirchen war die Haltung gegenstandslos. Das Heer griff auf amerikanische Thompson zurück, die teuer waren, in Dollar bezahlt werden mussten und auf dem Seeweg verloren gingen. Die Royal Air Force brauchte etwas für die Flugplatzwache und brauchte es sofort.
Für eine Neukonstruktion war keine Zeit. Für eine Kopie schon, und die Vorlage lag bereits im Land. Sterling hatte 1939 dem Luftfahrtministerium und der Royal Navy eine MP 28,II vorgeführt; nach der Sammlerdarstellung von 2025 hielt das Haus dafür sogar eine Fertigungslizenz. Zwei weitere Musterwaffen sollen nach zwei Darstellungen als Beutegut aus Italienisch-Ostafrika über Addis Abeba nach England gelangt sein — eine Angabe, deren Zeitrechnung nicht aufgeht, weil Addis Abeba erst im April 1941 fiel. Die Fertigungszeichnungen erstellten Major Reginald V. Shepherd und der Zeichner Harold J. Turpin, die wenige Monate später als Namensgeber der Sten in die Waffengeschichte eingehen sollten.
Die Admiralität schloss sich der Beschaffung an und griff dabei in die Konstruktion ein, aber nur an einer Stelle. Sie verlangte eine Bajonetthalterung. Das klingt nach Ritualtreue und war es nicht: Die Waffe war für Enterkommandos, Landungstrupps und die Bewachung von Gefangenen gedacht, also für Lagen, in denen die Drohung mit der aufgepflanzten Klinge zum Dienstzweck gehört.
Der Name gehört nicht dem Konstrukteur. George Herbert Lanchester, einer der drei Brüder der gleichnamigen Automobilfirma, leitete bei Sterling die Umsetzung. Konstruiert hatte die Waffe Hugo Schmeisser, zwölf Jahre zuvor, in Suhl.
Konstruktion
Baugruppe für Baugruppe gegen die Darstellungen gehalten — eigene Stücke lagen diesem Eintrag nicht vor —, ist die Lanchester eine Kopie mit Ausrüstungsanpassungen und keine bloße Anlehnung. Die folgende Aufstellung trennt beides.
| Baugruppe | MP 28,II | Lanchester Mk I | Art der Änderung |
|---|---|---|---|
| Verschluss | Masseblock, fester Schlagbolzen | unverändert übernommen; nach einer Darstellung sogar austauschbar | keine |
| Ladeprinzip | Rückstoß, unverriegelt, zuschießend | unverändert | keine |
| Gehäuse und Kühlmantel | Rohr aus dem Vollen, gelochter Mantel | unverändert übernommen | keine |
| Magazinlage | waagerecht von links, Auswurf rechts | unverändert | keine |
| Sicherung | Rast am Spannhebelschlitz | unverändert übernommen | keine |
| Magazingehäuse | Blech | aus dem Bronzeblock gearbeitet | Werkstoff, Seewasser |
| Schaft | eigene Form | Gewehrholz aus dem Bestand, Messingkappe | Beschaffung |
| Bajonettsitz | rechts am Kühlmantel | mittig unter der Mündung, Pattern 1907 | Ausrüstung |
| Visier | Kurvenvisier 100–1000 m | Mk I: 100–600 yd; Mk I*: Klappvisier 100/200 yd | Einheit, Aufwand |
| Magazin | 20 oder 32 Patronen | 50 Patronen | Dienstzweck |
| Züge | sechs | strittig, siehe Belegnotiz | strittig |
| Umschaltung | Einzel-/Dauerfeuer | strittig, siehe Belegnotiz | strittig |
Vier Zeilen sind bemerkenswert; die letzte bekommt einen eigenen Abschnitt.
Das Magazingehäuse ist die einzige Änderung, die eine Verbesserung für den vorgesehenen Dienst darstellt. Ein aus einem Bronzeblock herausgearbeiteter Magazinschacht rostet an Bord nicht — die Zeitschriftendarstellung, die das anführt, sagt vorsichtig „nahezu unempfindlich” und nicht unangreifbar —, und er verzieht sich nicht, wenn ein Magazin schief eingeführt wird. Eine Darstellung führt die Werkstoffwahl auf die spanischen Nachbauten der MP 28 zurück. Reizvoll wäre der Gedanke, denn dann liefe die Linie von Suhl über Herstal nach Valencia und von dort nach England; belegt ist diese Kausalität nicht.
Der Schaft ist eine reine Beschaffungsentscheidung. Gewehrholz lag im Bestand, Zuschnitt und Ausbildung mussten nicht neu anfangen. Welches Muster, ist strittig. Die englische Wikipedia nennt das Lee-Enfield No. 4 Mk I und führt im selben Absatz die Halterung für das Pattern-1907-Bajonett an, das zum SMLE No. 1 Mk III gehört und nicht zum No. 4. Die Widersprüchlichkeit steht in der Quelle, nicht in ihrer Wiedergabe. Dieser Eintrag folgt dem SMLE, weil das No. 4 Mk I erst 1941 in die Massenfertigung lief und das Dornbajonett führte.
Die Züge sind der unangenehmste Punkt, weil dieses Register die Angabe bereits verwendet. Nach der heutigen englischen Wikipedia wurden sie zur Fertigungsbeschleunigung von sechs auf zwei verringert, und der Eintrag zur MP 28,II führt das als härtestes Unterscheidungsmerkmal zwischen Original und Kopie. Eine ältere Fassung derselben Seite, in mehreren Spiegelungen und einer Händlerbeschreibung erhalten, sagt etwas anderes: Die Züge seien in Einzelheiten geändert worden, um verschiedene Lose britisch beschaffter Munition zu verkraften, und eine dieser Fassungen nennt ausdrücklich sechs Züge. Beide Angaben stützen sich auf keine eingesehene Zeichnung. Wer ein Stück vor sich hat, sieht in den Lauf und weiß es.
Die Umschaltung
Bleibt der Abzug. Für Einzelfeuer aus einem zuschießenden Verschluss muss ein Zwischenglied die Verbindung zwischen Abzug und Abzugsstollen im laufenden Zyklus trennen, damit der Stollen den zurücklaufenden Verschluss fängt, obwohl der Finger noch zieht. Der Eintrag zur MP 28,II hat diese Anforderung ausbuchstabiert und musste offenlassen, wie Suhl sie mechanisch gelöst hat.
Für die Lanchester steht die Lage schlechter, weil sich die Quellen nicht über die Tatsache einig sind. Die Museumskataloge, zwei Zeitschriftendarstellungen und eine Waffenkundeseite schreiben dem Mk I einen Umschalter vor dem Abzugsbügel zu; der Mk I* habe ihn zusammen mit dem Kurvenvisier fortgelassen, um Zeit und Kosten zu sparen. Die englische Wikipedia hält unter Berufung auf die Sammlerdarstellung von 2025 dagegen, ein Umschalter sei ausschließlich an Vorserienmustern verbaut worden.
Auffällig ist, dass eine ältere Sammlerauskunft in dieselbe Richtung weist: Der Suhler Abzugsmechanismus sei gerade nicht unmittelbar kopiert worden, der britische sei schlechter gewesen und beim Mk I* geändert worden. Zwei voneinander unabhängige Hinweise darauf, dass an dieser Baugruppe etwas nicht glatt lief, ergeben noch keinen Befund. Sie ergeben eine Frage, und zwar eine, die an einem zerlegten Abzugsgehäuse einer datierten Serienwaffe in Minuten beantwortet wäre.
Falls die Sammlerdarstellung recht hat, verschiebt sich die Einordnung der ganzen Waffe. Dann hat Großbritannien 1941 funktional die MP 18,I von 1918 nachgebaut und nicht die MP 28,II — mit dem Magazin und der Gehäuseform der MP 28, aber ohne die eine Neuerung, die diese ausmachte.
Fertigung
Der erste Auftrag datiert nach der Sammlerdarstellung von 2025 vom 16. Juni 1941 und umfasste 20.000 Stück, hälftig für Marine und Luftfahrtministerium; eine zweite Überlieferung nennt für denselben Vorgang 50.000 Stück. Die Royal Armouries nennen den 13. Juni 1941 als Fertigungsbeginn. Das Luftfahrtministerium stieg aus: Es hatte das amerikanische S&W Model 1940 Light Rifle in 9 × 19 mm erprobt, das schneller lieferbar schien. Ob daraus je Lieferungen wurden, geben die Quellen unterschiedlich an — von „nie geliefert” über 1.010 abgenommene, aber nie eingeführte Waffen bis zu 2.000 Karabinern für die RAF. Bis der Fall entschieden war, lief die Sten in Serie, und die RAF nahm die Sten. Übrig blieb die Marine.
Montiert wurde an drei Stellen, zugeliefert nach einer Darstellung von mehr als vierzig Betrieben.
| Betrieb | Ort | Kennzeichen | Stückzahl |
|---|---|---|---|
| Sterling Engineering | Northampton, Kingsthorpe Road | M619 | 59.000 |
| W. W. Greener | Birmingham | M94 | 18.000 |
| Boss & Co. | London | S156 | 4.000 |
Greener und Boss sind keine beliebigen Namen. Beides sind Flintenmacher der gehobenen Klasse, Boss bis heute. Dass eine Kriegsbeschaffung bei Flintenmachern dieser Klasse landet, sagt genug über das gewählte Fertigungsverfahren: Was hier gebraucht wurde, war Fräs- und Passarbeit, und die saß in solchen Häusern.
Die Gesamtzahl schwankt in den Quellen zwischen rund 80.000 und knapp 100.000; die vielzitierte Zahl 50.000 gehört nicht dazu, sie bezeichnet einen Auftragsumfang. Der Eintrag folgt 81.000, weil diese Zahl mit einer benannten Aufteilung auf drei Betriebe verbunden ist; die Spanne selbst ist in der Belegnotiz aufgeschlüsselt. Für die Größenordnung genügt sie ohnehin. Gegen vier Millionen Sten und über fünf Millionen PPSch-41 ist der Unterschied zwischen 80.000 und 100.000 gleichgültig.
Varianten
Drei Ausführungen sind belegt, und sie beschreiben eine Abwärtsentwicklung des Aufwands unter Kriegsbedingungen.
- Mk I. Kurvenvisier mit Marken von 100 bis 600 Yard. Nach der Mehrzahl der Darstellungen mit Umschalter vor dem Abzugsbügel. Messingkappe am Schaft.
- Mk I*. Klappvisier für 100 und 200 Yard, kein Umschalter, vereinfachte Kolbenkappe. Zahlreiche Stücke sind umgebaute Mk I; die Royal Armouries führen ein solches Stück ausdrücklich als Umbau. Deshalb ist die Zusammenstellung „Mk I*-Beschriftung mit Kurvenvisier” ein häufiger Befund und kein Widerspruch; das Greenwicher Objekt AAA3152 ist genau das.
- Mk I**. Wie Mk I*, zusätzlich ein aufgesetzter Verschlussanschlag aus Stahlblech, der ab 1944 verhindert, dass der Verschluss aus der vorderen Stellung durch Stoß zurückspringt und einen Schuss auslöst. Die letzten Waffen dieser Ausführung entstanden 1945 bei Boss.
Die Reihe Mk I – Mk I* – Mk I** ist damit dieselbe Geschichte wie bei MP 38 und MP 40: Erst wird der Aufwand gestrichen, dann wird die Sicherheitslücke geschlossen, die die Bauart von Anfang an hatte.
Lanchester und Sten
Beide Waffen beantworten dieselbe Frage desselben Sommers. Sie beantworten sie entgegengesetzt, und beide Antworten waren richtig.
| Lanchester Mk I | Sten Mk II | |
|---|---|---|
| Entwurfsweg | Kopie einer eingeführten Konstruktion von 1928 | Neuentwurf in 36 Tagen, Muster am 8. Januar 1941 fertig |
| Gehäuse | Stahlrohr aus dem Vollen, Vollholzschaft | Stahlrohr mit Blechanbauteilen, Drahtstütze |
| Magazingehäuse | Bronzeblock | Blech |
| Gewicht | 4,3 kg | 3,2 kg |
| Länge | 850 mm | 762 mm |
| Preis je Stück | rund 14 £ (Zeitschriftenangabe) | 2 £ 6 s (1942) |
| Teile | nicht ermittelt | 69 (Mk II), 48 (Mk III) |
| Fertigungszeit | nicht ermittelt | fünf Arbeitsstunden (Mk III) |
| Stückzahl | rund 81.000 | 3,7 bis 4,6 Millionen |
| Dienstzeit (Großbritannien) | bis in die 1970er Jahre | Ablösung ab 1953, Abgang in den 1960er Jahren |
Die Zeilen zu Preis und Stückzahl gehören zusammengelesen. Für den Preis einer Lanchester gab es sechs Sten. Das entschied den Fall aber nur zur Hälfte. Beim Heer war der Preis gerade nicht der Grund: Es blieb bei der amerikanischen Thompson, die ein Vielfaches kostete und in Dollar bezahlt werden musste. Ausschlaggebend war dort, dass eine Entscheidung schon gefallen war. Das Luftfahrtministerium wanderte ab, die Marine behielt die Waffe, weil sie nur wenige Tausend brauchte und weil an Bord Bronze und Vollholz Vorteile haben.
Bemerkenswert ist die letzte Zeile. Die billigere Waffe verschwand zuerst. Die Lanchester blieb bei der Royal Navy bis in die 1970er Jahre im Dienst und wurde nach einer Darstellung erst 1979 förmlich für überholt erklärt. Was als teurer Behelf begann, erwies sich als das haltbarere Gerät. Der Streit ist damit nicht nachträglich entschieden; gezeigt ist nur, dass Beschaffung und Haltbarkeit verschiedene Maßstäbe sind.
Die Verbindung zwischen beiden Waffen ist personell und mechanisch. Shepherd und Turpin zeichneten die Lanchester in die britische Fertigung ein und kamen dabei zu dem Schluss, dass es einfacher gehen müsse. Was von der deutschen Vorlage in die Sten überging, ist die seitliche Magazinlage und das Magazin selbst: Das 32-schüssige Sten-Magazin war nach englischer Darstellung ursprünglich für die Lanchester entworfen, passt in beide Waffen und erbte die Konstruktionsschwäche der Vorlage. Doppelreihig gefüllt, einreihig abgebend. Für diese Eigenschaft wurde die Sten berüchtigt, und sie stammt aus Suhl.
Für die Bestimmung
Lanchester und MP 28,II lassen sich aus zwei Metern Entfernung trennen. Drei Merkmale genügen, und alle drei sitzen außen.
- Das Magazingehäuse. Gelbmetall gegen Stahlblech. Das schnellste Merkmal überhaupt. Vorsicht bei einer Händlerangabe, spätere Kriegsfertigung habe Stahl verwendet; sie ist hier nicht geprüft.
- Der Bajonettsitz. Mittig unter der Mündung, für ein langes Seitengewehr: Lanchester. Am Kühlmantel rechts: MP 28,II.
- Die Visiereinheit. Marken bis 600 Yard oder ein Klappvisier 100/200 Yard weisen auf die Lanchester, Marken bis 1000 m auf die MP 28,II. Entscheidend ist die Einheit auf der Visierleiter und nicht die Bauart des Visiers.
Für die Ausführung innerhalb der Baureihe gilt eine andere Reihenfolge, und hier lauert die verbreitetste Fehlbestimmung:
- Die Beschriftung auf dem Magazingehäuse lesen. Sterling-Stücke tragen den Block LANCHESTER / MK.I / SA. / Seriennummer. Ein Zusatzbuchstabe „A” hinter der Seriennummer bezeichnet Waffen ohne gewährleistete Teileaustauschbarkeit — bei einer Instandsetzung der wichtigste Buchstabe am Stück. Herstellerkennzeichen (M619, M94, S156) wurden erst ab Anfang 1943 angebracht; ihr Fehlen datiert die Anbringungspraxis und nicht das Stück.
- Das Baujahr suchen. Es steht nach englischer Darstellung in kleinen Ziffern neben dem Beschusszeichen mit gekreuzten Fahnen auf dem hinteren Flansch des Magazingehäuses.
- Beschriftung und Visier nicht gegeneinander ausspielen. Ein als Mk I* bezeichnetes Stück mit Kurvenvisier ist kein Fälschungsindiz. Viele Mk I* sind umgebaute Mk I, und der Umbau betraf zuerst den Abzug. Das Greenwicher Objekt zeigt genau diese Zusammenstellung.
- Den Verschlussanschlag prüfen. Ein aufgesetzter Blechschieber, der den Verschluss vorn festlegt, kennzeichnet den Mk I** und datiert das Stück oder seine Überarbeitung auf 1944 oder später.
- Auf die Abgabekennzeichnung achten. Zwei gegeneinandergesetzte Pfeilzeichen vor der Seriennummer, die zusammen wie ein sechsstrahliger Stern aussehen, bezeichnen nach englischer Darstellung ein aus dem Dienst verkauftes Stück.
Einordnung
Erstens zur Sache selbst. Die Lanchester ist der Beleg dafür, dass die Suhler Konstruktion von 1928 nach zwölf Jahren fertigungsreif und im Feld brauchbar war, und zwar als Entscheidung eines gegnerischen Beschaffungsamts unter Zeitdruck und nicht als Behauptung eines Herstellers. Wer nachbaut, hat geprüft. Das ist ein härterer Nachweis der Gebrauchstauglichkeit als jeder Werbetext, und dieses Register hat für die MP 28,II keinen besseren.
Zweitens zur Zuschreibung. Der Eintrag zur MP 28,II musste offenlassen, wie viele Stück in Suhl entstanden; die eingesehenen Darstellungen sagen nur „in geringer Zahl für die Polizei”. Für die britische Kopie sind Vertragsdaten, Montagebetriebe und Größenordnungen dagegen greifbar. Damit steht in diesem Register die belegte Stückzahl einer Suhler Konstruktion überwiegend auf britischen Akten. Der Fertigungsraum, den diese Seite dokumentiert, hat das Muster geliefert und die Zahlen nicht.
Drittens, und ohne Umschweife: Eine Suhler Konstruktion stand auf beiden Seiten desselben Krieges. Auf deutscher Seite führten Polizei, SS und SD die MP 28,II, auf britischer Seite trug die Royal Navy denselben Verschluss in einem englischen Gewehrschaft. Das ist kein Paradox und keine Pointe. Es ist die Regel für Waffentechnik, die nur deshalb selten so sichtbar wird, weil selten dieselbe Zeichnung auf beiden Seiten in Serie geht. Der Fall zeigt, was ein Fertigungsraum exportiert, wenn er eine Konstruktion exportiert. Er exportiert die Möglichkeit, sie nachzubauen, und behält keinen Einfluss darauf, gegen wen.
Viertens zur Methodik. Dieser Eintrag hat drei Angaben des Registers erschüttert, ohne eine davon widerlegen zu können: die Zügezahl, die Umschaltung und die Lizenzfrage. Alle drei sind an Objekten oder in einer einzigen Spezialdarstellung zu klären, die diesem Register nicht vorlag. Nach den Zuschreibungsregeln bleiben sie deshalb als Widerspruch stehen und werden nicht geglättet.
Waffenrechtliches
Vollautomat und damit verbotene Waffe nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.2.1.1 des Waffengesetzes. Ob die Waffe einen Umschalter trug, ändert daran nichts; maßgeblich ist die Fähigkeit zum Dauerfeuer.
Kriegswaffe nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz ist sie dagegen nicht. Nr. 29 b) der Kriegswaffenliste erfasst Maschinenpistolen nur, soweit sie nicht „als Modell vor dem 2. September 1945 bei einer militärischen Streitkraft eingeführt worden sind”. Die Lanchester Mk I ist 1941 bei der Royal Navy eingeführt worden. Sie fällt damit unter dieselbe Ausnahme wie die MP 28,II, und aus demselben Grund: Die Vorschrift stellt auf das Modell und auf irgendeine militärische Streitkraft ab, nicht auf die deutsche.
Praktisch heißt das: keine KWKG-Erlaubnis, wohl aber die Ausnahme vom Verbot nach dem Waffengesetz. Die Einordnung im Einzelfall trifft die zuständige Behörde; dieser Eintrag ersetzt keine Feststellung. Die Waffe wird hier ausschließlich industrie- und technikgeschichtlich dokumentiert. Siehe Methodik.
Offene Forschungsfragen. Erstens die Umschaltung: Trug eine datierte Serienwaffe des Musters Mk I einen Umschalter, und wenn ja, welches Zwischenglied im Abzugsgehäuse leistete die Trennung? Ein zerlegtes Gehäuse entscheidet beides. Zweitens die Züge: sechs oder zwei, in einer Minute am Lauf zu klären und für die Unterscheidung von Original und Kopie unmittelbar praktisch. Drittens die Lizenz: Hielt Sterling vor 1939 tatsächlich eine Fertigungslizenz für die MP 28, und über welchen Vertrag? Das entscheidet, ob die Lanchester eine Kopie oder eine Lizenzfertigung ohne erreichbaren Lizenzgeber ist. Viertens die Stückzahl: Ablieferungen und Auftragsumfänge sind in der Literatur durcheinandergeraten und wären an den Abnahmeunterlagen der Admiralität zu trennen. Fünftens die Vorlagestücke: Wenn zwei MP 28,II über Addis Abeba nach England kamen, kann das frühestens im April 1941 gewesen sein — dann waren sie nicht die Zeichnungsvorlage von 1940. Wer hatte sie nach Äthiopien geliefert? Diese Frage führt auf die Exportgeschichte von C. G. Haenel zurück und damit in den Untersuchungsraum dieses Registers.
Konstruktion
- Verschluss
- Unverriegelter Masseverschluss, zylindrisch, mit fest im Verschlussboden stehendem Schlagbolzen — Bauform der MP 28,II. Nach einer Zeitschriftendarstellung sind Verschluss und Magazin zwischen deutschem Original und britischer Kopie austauschbar; ein Objektbeleg dafür lag diesem Eintrag nicht vor.
- Ladeprinzip
- Rückstoßlader, unverriegelt, zuschießend. Der Verschluss steht vor dem Schuss offen und zündet im Vorlauf. Gegenüber der MP 28,II unverändert.
- Zuführung
- Gerades doppelreihiges Stangenmagazin für 50 Patronen, waagerecht von links eingeführt, doppelreihig gefüllt und einreihig abgebend. Das 32-schüssige Sten-Magazin passt wechselseitig und war nach englischer Darstellung ursprünglich für diese Waffe entworfen. Zum Füllen gehörte ein Ladewerkzeug, für das eine der beiden Magazintaschen eine eigene Tasche hatte. Auswurffenster rechts.
- Abzug
- Hier liegt der Hauptwiderspruch dieses Eintrags. Die Mehrzahl der Darstellungen und die Museumskataloge schreiben dem Mk I einen Umschalter für Einzel- und Dauerfeuer vor dem Abzugsbügel zu, den der Mk I* fortließ. Die derzeitige englische Wikipedia hält dagegen unter Berufung auf eine Sammlerdarstellung von 2025 fest, ein Umschalter sei nur an Vorserienmustern verbaut worden; Serienwaffen seien sämtlich reine Dauerfeuerwaffen gewesen. Beides steht hier nebeneinander, siehe Belegnotiz.
- Sicherung
- Keine eigene Sicherung. Gesichert wird wie bei MP 18,I und MP 28,II durch Zurückziehen des Spannhebels und Einhängen in eine Rast des Gehäuseschlitzes. Ab 1944 kam ein aufgesetzter Verschlussanschlag aus Stahlblech hinzu, der den Verschluss in der vorderen Stellung festlegt; er kennzeichnet die Ausführung Mk I**.
- Visierung
- Balkenkorn, hinten beim Mk I ein Kurvenvisier (Rahmenvisier) nach Gewehrart mit Marken von 100 bis 600 Yard, bei Mk I* und Mk I** ein zweistelliges Klappvisier für 100 und 200 Yard. Lauf im gelochten Kühlmantel, Bajonetthalterung mittig unter der Mündung.
- Züge und Drall
- sechs Züge, Rechtsdrall
Maße und Leistung
- Länge
- 850 mm (33,5 Zoll)
- Lauflänge
- 203 mm (8 Zoll) — gegenüber 200 mm der MP 28,II praktisch unverändert; der Unterschied liegt in der Umrechnung der Zollangabe und ist kein Konstruktionsmerkmal
- Gewicht
- 4,3 kg (9,57 lb) ohne Magazin; eine Darstellung nennt „knapp zehn Pfund", eine weitere 12 lb (5,4 kg) mit gefülltem 50-Schuss-Magazin
- Magazin
- 50 Patronen; das 32-schüssige Sten-Magazin passt ebenfalls. Die Infobox der englischen Wikipedia führt beide Größen nebeneinander
- V₀
- 379 m/s (1245 ft/s), Infobox der englischen Wikipedia ohne Prüfbedingungen, hier NICHT nachgeprüft. Der Wert ist unauffällig: Die Sten Mk II erreicht nach derselben Quellenlage 365 m/s aus 196 mm Lauf. Erklärungsbedürftig wäre eher die Angabe von rund 380 m/s für die MP 40, deren Lauf um ein Viertel länger ist
- Kadenz
- 600 Schuss/min (übereinstimmend in den eingesehenen Darstellungen)
Funktionsablauf im Einzelnen
Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.
- 1
Ruhelage — Verschluss offen
Der Verschluss steht hinten, gehalten vom Abzugsstollen, der von unten in die Verschlussbahn ragt. Das Patronenlager ist leer und kühlt zwischen den Feuerstößen aus. Gesichert wird durch Einhängen des Spannhebels in die Rast am Gehäuseschlitz — dieselbe Behelfslösung, die die Waffe von der MP 18,I über die MP 28,II geerbt hat, samt Schwachstelle.
- 2
Auslösen und Vorlauf
Der Abzug drückt den Stollen aus der Verschlussbahn, die Schließfeder treibt den schweren Verschluss nach vorn. Weil keine Verriegelung zu lösen und kein Hahn zu spannen ist, besteht der Weg vom Fingerdruck bis zum Schuss allein aus der Vorlaufzeit dieser Masse; sie liegt in der Größenordnung von dreißig Millisekunden. In dieser Zeit verzieht die vorlaufende Masse den Halt.
- 3
Zuführung — der Zuführwinkel
Das Magazin steht waagerecht links; die Patronen liegen quer und werden um rund neunzig Grad in die Laufachse geschwenkt. Der Stoßboden streift die oberste Patrone von den Magazinlippen, die Geschossspitze läuft über die Einführschräge des Lagers. Der Winkel ist die Störstelle: Das doppelreihig gefüllte, einreihig abgebende Magazin gibt die Patrone seitlich versetzt frei. Verbogene Lippen ergeben Schrägsteller.
- 4
Zündung im Vorlauf
Der Schlagbolzen steht fest im Verschlussboden und hat keinen eigenen Auslöser. Sobald die Patrone am Lagerabsatz anliegt und der Verschluss noch Restschwung nach vorn hat, zündet sie. Die vorwärts bewegte Masse arbeitet dem Rückstoß entgegen — der Kunstgriff des zuschießenden Prinzips.
- 5
Erstauszug unter Restdruck
Einen Erstauszug im Sinne des Zylinderverschlusses gibt es hier nicht. Die Hülse beginnt zu laufen, sobald der Gasdruck über ihren Boden die Verschlussmasse überwindet, und das geschieht, während im Lauf noch erheblicher Druck steht. Die Öffnungszeit bestimmen allein Verschlussmasse und Federvorspannung. Deshalb ist der Verschluss so schwer, und deshalb sind aufgeweitete Hülsenmünder das übliche Verschleißbild.
- 6
Rücklauf, Auszieher, Auswerfer
Die Auszieherkralle im Stoßboden hält den Hülsenrand über den ganzen Rücklauf. Der Auswerfer ist ein feststehendes Blatt im Gehäuse und wirkt zu dem Zeitpunkt, an dem der zurücklaufende Verschluss den Hülsenboden dagegenführt; die Hülse kippt um die Kralle und fliegt nach rechts aus. Unregelmäßiger Auswurf geht fast immer auf die Auswerfernase zurück.
- 7
Hintere Endlage und Wiederholung
Der Verschluss läuft bis zum Anschlag, die komprimierte Schließfeder treibt ihn sofort wieder vor. Ein voller Umlauf dauert bei 600 Schuss je Minute hundert Millisekunden. Bleibt der Stollen unten gehalten, überfährt ihn der Verschluss und der Zyklus wiederholt sich.
- 8
Der Abzugsunterbrecher — die strittige Stelle
Für Einzelfeuer muss der Stollen wieder hochkommen, bevor der zurücklaufende Verschluss die Fangrast passiert hat, obwohl der Finger den Abzug weiter zieht; ein Zwischenglied muss die Verbindung im laufenden Zyklus trennen. Ob die Lanchester dieses Glied hatte, ist die offene Frage des Eintrags. Die Mehrzahl der Darstellungen schreibt dem Mk I einen Umschalter vor dem Abzugsbügel zu, eine Sammlerdarstellung von 2025 spricht ihn den Serienwaffen ab.
- 9
Fangen und Halt
Wird der Abzug losgelassen oder ist das Magazin leer, fängt der Stollen den Verschluss hinten. Die Waffe bleibt mit offenem, leerem Patronenlager stehen und ist in dieser Stellung sturzempfindlich, solange der Spannhebel nur in der Rast hängt. Der Verschlussanschlag der Ausführung Mk I** von 1944 beseitigt den Fall in der vorderen Stellung.
Schemaskizze, nicht maßstäblich
- 1 Verschlussruhelage: Die Schließfeder presst den Verschluss gegen den feststehenden Lauf. Verriegelt ist nichts — es hält allein die Masse.
- 2 Schuss: Der Gasdruck treibt Geschoss und Hülse auseinander. Der Verschluss beginnt zurückzuweichen, bewegt sich wegen seiner Trägheit aber nur wenige Zehntelmillimeter, bis das Geschoss den Lauf verlassen hat.
- 3 Rücklauf: Erst nach dem Druckabfall öffnet der Verschluss weit, wirft die Hülse aus und spannt die Feder.
Vergleichsstücke außerhalb der Region
Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.
MP 28,II
C. G. Haenel, Suhl (Konstruktion Hugo Schmeisser) · Deutschland (Suhl) · 1928- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 9 × 19 mm, gerades Stangenmagazin waagerecht von links, Umschaltung Einzel-/Dauerfeuer, Kurvenvisier 100 bis 1000 m, Bajonetthalterung rechts
- Unterschied
- Die Vorlage. Übernommen sind Verschluss, Ladeprinzip, Magazinlage, Gehäuseform, Kühlmantel und die Behelfssicherung über den Spannhebel. Geändert sind Schaft (Gewehrholz statt eigener Form), Bajonettsitz (mittig unter der Mündung statt rechts), Magazingehäuse (Bronzeblock statt Blech), Visiereinheit (Yard statt Meter) und Magazingröße (50 statt 20 oder 32). Nach der Mehrzahl der Darstellungen ist die Umschaltung mit übernommen, nach einer Sammlerdarstellung von 2025 nicht.
- Befund
- Der Kern dieses Eintrags. Geändert wurde ausschließlich, was britische Fertigung, britische Ausrüstung und der Dienst an Bord verlangten; am Funktionsprinzip nichts. Wer beide Waffen zerlegt nebeneinander legt, sieht dieselbe Konstruktion in zwei Landessprachen.
Sten Mk II
Royal Small Arms Factory Enfield, BSA, Long Branch (Kanada) und zahlreiche weitere; Konstruktion Reginald V. Shepherd und Harold J. Turpin · Großbritannien · 1941- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 9 × 19 mm, Rohrgehäuse aus Stahlrohr mit Blechanbauteilen, Magazin waagerecht von links, 32 Patronen, Drahtstütze oder Blechrahmen statt Schaft
- Unterschied
- Dieselbe Aufgabe, dieselbe Not, dieselben zwei Konstrukteure am Anfang — und die Gegenrichtung in jeder Fertigungsentscheidung. 3,2 kg gegen 4,3 kg, 762 mm gegen 850 mm, 2 Pfund 6 Schilling gegen rund 14 Pfund je Stück nach einer Zeitschriftendarstellung. Der Mk III bestand nach englischer Darstellung aus 48 Teilen und war in fünf Arbeitsstunden gebaut. Übernommen hat die Sten von der Lanchester und damit von der MP 28 die seitliche Magazinlage und das Magazin selbst, samt dessen Fehlern.
- Befund
- Der eigentliche Befund dieses Eintrags. Beide Waffen beantworten dieselbe Frage von 1940, die eine durch Abschreiben einer bewährten Konstruktion, die andere durch radikale Vereinfachung. Welche von beiden zuerst bei der Truppe stand, geben die Quellen unterschiedlich an. Die Sten Mk I war am 7. März 1941 zur Ausgabe angenommen, der erste Lanchester-Auftrag datiert vom 16. Juni 1941. In millionenfacher Zahl kam nur die Sten. Beide Antworten waren richtig; sie waren für verschiedene Fragen richtig.
MP 40
ERMA Erfurt, C. G. Haenel Suhl, Steyr-Daimler-Puch · Deutschland und Österreich · 1940- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 9 × 19 mm, Blechpressfertigung, Teleskop-Schließfeder, Klappstütze, nur Dauerfeuer
- Unterschied
- Der unmittelbare Gegner und zugleich das deutsche Gegenstück zur Sten: Auch Deutschland ersetzte die aufwendige MP 28 durch eine Blechkonstruktion, nur zwei Jahre früher. Während Sterling 1941 den Fertigungsaufwand der MP 28 nachbaute, hatte ihn Erfurt 1938 bereits abgeschafft.
- Befund
- Die Zeitachse trägt den Befund. Vorlage der britischen Kopie von 1941 war die dreizehn Jahre ältere Vorgängerin derjenigen Waffe, die ihr im Feld gegenüberstand.
PPSch-41
Staatliche Werke der UdSSR · Sowjetunion · 1941 plausibel- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 7,62 × 25 mm Tokarew, Gehäuse und Laufmantel aus einem gefalzten Blechteil, Trommelmagazin zu 71 Patronen
- Unterschied
- Im selben Jahr eingeführt und dieselbe Bauart, aber mit noch härter durchgezogener Fertigungsvereinfachung als bei der Sten: zwei Gewindeverbindungen in der ganzen Waffe. Der Holzschaft ist bei beiden vorhanden, aus entgegengesetzten Gründen — bei der PPSch, weil Holz das billigere Material war, bei der Lanchester, weil Gewehrschäfte im Bestand lagen.
- Befund
- Der Dreiervergleich desselben Jahres ordnet die Lanchester ein: rund 81.000 Stück gegen über fünf Millionen PPSch und rund vier Millionen Sten. Als Konstruktion war sie die beste der drei, als Kriegsantwort die schwächste.
MP 18,I
Theodor Bergmann Waffenbau, Abteilung Suhl (Konstruktion Hugo Schmeisser) · Deutschland (Suhl) · 1918- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 9 × 19 mm, nur Dauerfeuer, anfangs Trommelmagazin über schräg gestellten Magazinstutzen
- Unterschied
- Der Ursprung der Bauartlinie und, wenn die Sammlerdarstellung von 2025 zutrifft, der eigentliche Funktionsstand der Lanchester: Masseverschluss, zuschießend, seitliches Magazin, Behelfssicherung am Spannhebel, keine Umschaltung. Dann wäre die britische Waffe von 1941 funktional eine MP 18 im Gewand der MP 28.
- Befund
- Dreiundzwanzig Jahre zwischen Suhler Erstserie und britischem Nachbau, und am Verschluss keine Änderung. Für die Bewertung der Suhler Konstruktion ist das die aussagekräftigste Zahl des Eintrags.
Bekannte Schwächen
Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.
-
Fertigungsaufwand — der Grund, warum sie kein Erfolg wurde
Gefrästes Stahlgehäuse, Verschlussblock aus dem Vollen, Magazingehäuse aus einem Bronzeblock, Vollholzschaft mit Messingkappe, Kurvenvisier, Bajonetthalterung. Nach einer Zeitschriftendarstellung kostete die Waffe rund 14 Pfund, die Sten 2 Pfund 6 Schilling. Die Zahlen stammen nicht aus Beschaffungsakten und sind hier nicht geprüft; die Größenordnung deckt sich aber mit dem, was die beiden Fertigungsverfahren erwarten lassen. Der Preis war für das Heer allerdings nicht der Grund: Es blieb bei der noch weit teureren amerikanischen Thompson. Das Luftfahrtministerium stieg aus, die Marine blieb.
plausibel
-
Keine Sicherung im eigentlichen Sinn
Unverändert von MP 18,I und MP 28,II übernommen: Gesichert wird durch Einhängen des Spannhebels in eine Rast am Gehäuseschlitz. Eine Darstellung hält ausdrücklich fest, diese Sicherung habe beim Sturz auf harten Grund versagt. Abhilfe kam erst 1944 mit dem aufgesetzten Verschlussanschlag der Ausführung Mk I**, und der sperrt den Verschluss in der vorderen Stellung. Bei der Zustandsbeurteilung eines Altstücks ist der Zustand dieser Rast der erste Prüfpunkt.
plausibel
-
Gewicht und Länge für den Zweck
4,3 kg ohne Magazin, 850 mm Länge, mit gefülltem 50-Schuss-Magazin nach einer Angabe 5,4 kg. Der Museumskatalog von Greenwich nennt die Waffe für ihre Patrone „massiver als nötig". Commandoeinheiten erhielten sie anfangs und gaben sie nach einer Darstellung rasch zugunsten leichterer Waffen ab; im Dienst blieb sie dort, wo Gewicht wenig und Haltbarkeit viel zählt, nämlich an Bord.
plausibel
-
Das 50-Schuss-Magazin steht seitlich weit heraus
Die Magazinlage von links stammt aus der Vorlage und war 1928 für eine Waffe des geschlossenen Verbands gedacht. Ein 50-schüssiges Magazin ragt entsprechend weit über die Waffenbreite hinaus, was in Gängen, Luken und Türmen unmittelbar praktisch wird. Eine Händlerbeschreibung nennt das Magazin ausdrücklich unhandlich. Dazu kommt die vererbte Störstelle: Das doppelreihig gefüllte, einreihig abgebende Magazin ist dieselbe Konstruktion, für die das Sten-Magazin berüchtigt wurde.
plausibel
-
Teileaustauschbarkeit in der Anlauffertigung
Nach englischer Darstellung tragen manche Mk I hinter der Seriennummer den Zusatzbuchstaben „A". Er bezeichnet Waffen, deren Teile nicht als austauschbar gewährleistet wurden, weil bei Sterling die nötigen Lehren fehlten. Für die Instandsetzung eines Altstücks ist das der praktisch wichtigste Buchstabe am ganzen Gehäuse. Herstellerkennzeichen wurden überhaupt erst ab Anfang 1943 angebracht.
plausibel
Verwendung
- Erster Auftrag vom 16. Juni 1941 über 20.000 Stück, ursprünglich hälftig für Royal Navy und Luftfahrtministerium (eine zweite Darstellung nennt einen Auftrag über 50.000 Stück, ebenfalls hälftig); das Luftfahrtministerium erprobte stattdessen das amerikanische S&W Model 1940 Light Rifle in 9 × 19 mm und ging dann zur Sten über. Ob die S&W-Waffe geliefert wurde, ist strittig — siehe Belegnotiz
- Royal Navy als Hauptnutzer: Landungs- und Enterkommandos, Bewachung von Gefangenen, Wachdienst an Bord
- Royal Air Force Regiment in geringem Umfang, nach englischer Darstellung überwiegend in Ausbildungseinrichtungen
- Royal Canadian Navy und weitere Commonwealth-Marinen; niederländische Verbände in Niederländisch-Indien, dort teilweise von indonesischer Seite erbeutet
- Nach 1945 mit ausgemusterten Kriegsschiffen weiterverkauft — Ägypten, Chile und Argentinien erhielten sie nach einer Darstellung als Teil der Schiffsausrüstung; ägyptische Bestände blieben bis in die 1980er Jahre bei Polizeikräften. Verkaufte Stücke tragen zwei gegeneinandergesetzte Pfeilzeichen vor der Seriennummer
- Letzte Stücke bis in die 1970er Jahre bei der Royal Navy; die Ausmusterung wird mit 1978 angegeben, die förmliche Erklärung zum überholten Gerät mit 1979
Quellen
- [Online] Wikipedia (en) — Lanchester submachine gun , Stützt sich seit 2025 überwiegend auf Wiggins; erster Auftrag 16. Juni 1941 über 20.000 Stück, letzter Auftrag 14. Oktober 1943, Fertigstellung 1945, 81.000 Stück (Sterling 59.000, Greener 18.000, Boss 4.000), Montage Kingsthorpe Road Northampton, Herstellerkennzeichen erst ab 1943, Suffix „A" für nicht gewährleistete Austauschbarkeit, Beschriftungsblock auf dem Magazingehäuse, Züge von sechs auf zwei, Umschalter nur an Vorserienmustern, Sten-Magazin ursprünglich für die Lanchester entworfen Link
- [Literatur] Wiggins, The Lanchester Machine Carbine — 'Gyles Wiggins: The Lanchester Machine Carbine — A Collector''s Guide, Vickers MG Collection and Research Association, 2025, ISBN 978-1-916891-78-4' , Hier NICHT eingesehen, sondern ausschließlich über die englische Wikipedia zitiert. Für jede Nachprüfung der Vertragsdaten, der Stückzahlen und der Umschalterfrage die einschlägige Spezialdarstellung
- [Objektbefund] Royal Armouries — Centrefire automatic submachine gun — Lanchester Mk.I* , Fertigungsbeginn 13. Juni 1941, Fertigungsende Oktober 1943, rund 79.790 Stück, Objekttitel „Converted MK.I to a MKI* which is fully automatic only" — ein Umbau, der den Umschalter am Mk I voraussetzt —, Dienstzeit bis 1978, gelochter Kühlmantel. Die hier geführte Adresse leitet seit dem Relaunch auf royalarmouries.org/collection/object/rac-object-271748 weiter Link
- [Objektbefund] Royal Museums Greenwich — Lanchester Mark I* , Objekt AAA3152, Beschriftung „LANCHESTER MK 1* SA M619 5230" mit Ankerstempel, Schaft nach Lee-Enfield-Muster, Magazin 50 Patronen von links, Visier 100 bis 600 Yard an einem als Mk I* bezeichneten Stück, Bewertung „massiver als nötig", Ablösung durch die Sterling in den 1960er Jahren Link
- [Online] Forgotten Weapons — Lanchester MkI: Britain's First (But Not Last) Emergency SMG , Sehr enge Kopie der MP 28, SMLE-Schaft, Bajonettsitz für das Pattern 1907, Magazingehäuse aus Messing oder Bronze statt Stahl, Umschalter am Mk I und dessen Fortfall beim Mk I*. Die Angabe zur Austauschbarkeit von Verschluss und Magazin steht nicht im Text dieser Seite; sie ist hier der Zeitschriftendarstellung von Recoil zugeordnet Link
- [Online] The Armory Life — Lanchester Submachine Gun: German Inspired Royal Navy SMG , Zwei MP 28,II über Addis Abeba als Vorlage, ausdrücklich als Beutegut aus Italienisch-Ostafrika, dort aber auf 1940 statt auf den 6. April 1941 datiert; Magazingehäuse aus Bronze nach spanischem Vorbild, Umschalter vor dem Abzugsbügel beim Mk I, Stückzahlen Sterling rund 75.000, Greener rund 17.000, Boss knapp 4.000. Die Seite gibt der MP 18,I einen Kar-98k-Schaft und ist in Nebenangaben entsprechend vorsichtig zu behandeln Link
- [Online] Recoil — WWII Lanchester — The Other Brit Subgun , Preis rund 14 Pfund gegen 2 Pfund für die Sten, Magazinschacht aus einem Messingblock („almost impervious" gegen Seewasser, nicht: unangreifbar), Magazin und Verschluss der MP 28,II in der Lanchester verwendbar, Gewehrholz nach Lee-Enfield No. 1 Mk III mit Messingkappe, Aufklappen des Gehäuses zur Zerlegung ohne Werkzeug; ferner die Auskunft von Jonathan Ferguson, das War Office habe bei Sterling 50.000 Stück beauftragt, hälftig für Royal Navy und RAF Link
- [Online] SWAT Magazine — The Lanchester SMG , Sterling 74.579, Greener 16.990, Boss 3.900, Fertigungsende Oktober 1943, rund 3.400 Stück je Monat, Schaft „sehr ähnlich dem des SMLE No. 1", Sicherung über die Rast versagte bei Sturz auf harten Grund, Fortfall des Umschalters beim Mk I*, Ausmusterung erst 1979. Die dort genannten 50.000 sind der Auftragsumfang, nicht die Fertigung; die RAF habe zuvor 2.000 S&W-Karabiner erhalten Link
- [Online] wwiiafterwwii — Lanchester submachine gun: post-WWII use , Fertigung Juni 1941 bis Oktober 1943, 79.790 Stück, Ausstieg des Luftfahrtministeriums zugunsten der S&W-Waffe, Abgabe an Ägypten, Chile und Argentinien mit gebrauchten Kriegsschiffen, Rückzug 1978 und Erklärung zum überholten Gerät 1979 Link
- [Online] Historical Firearms — Chalk & Cheese: Britain's Submachine Guns , Gegenüberstellung Lanchester und Sten, Gewichtsunterschied „a whole 1Kg", Abgabe der Lanchester durch Commandoeinheiten, Verbleib bei der Marine bis weit in die 1960er Jahre, „knapp 100.000" Stück Link
- [Online] Liquisearch — Lanchester Submachine Gun — History , Spiegelung einer älteren Fassung der englischen Wikipedia; dort heißt es, die Züge seien „in Einzelheiten" geändert worden, um verschiedene Lose britisch beschaffter 9-mm-Munition zu verkraften — die Gegenaussage zur heutigen Angabe „von sechs auf zwei" Link
- [Objektbefund] International Military Antiques — Original British WWII Lanchester Mk.I* Display Submachine Gun , Objektbeschreibung mehrerer Mk I* mit beibehaltenem Kurvenvisier, Bronze-Magazingehäuse, Bajonettsitz für Pattern 1907 (Serien 1943/44), Händlerangabe „solid brass (later steel)" für das Magazingehäuse sowie das 50-Schuss-Magazin als unhandlich, weil es seitlich heraussteht Link
- [Online] The Armourer's Bench — The Sten Gun, Its Name and the Men Behind It , Harold J. Turpin wurde beim Anlaufen der Lanchester-Entwicklung Major Shepherd zugeordnet, um die Fertigungszeichnungen zu erstellen; Entwurf der Sten ab Dezember 1940, Muster T-40 am 8. Januar 1941 fertig, Annahme als Sten Mk I am 7. März 1941 Link
- [Online] Wikipedia (en) — Sten , Mk II 3,2 kg und 762 mm, Stückpreis 2 Pfund 6 Schilling (1942), Mk III aus 48 Teilen gegenüber 69 beim Mk II und in fünf Arbeitsstunden gefertigt, Gesamtfertigung 3,7 bis 4,6 Millionen, Magazin von der MP 28 abgeleitet einschließlich deren Fehler Link
- [Online] Bundesministerium der Justiz — Kriegswaffenkontrollgesetz, Anlage (Kriegswaffenliste) , Nr. 29 b): „Maschinenpistolen, ausgenommen solche, die als Modell vor dem 2. September 1945 bei einer militärischen Streitkraft eingeführt worden sind" Link
- [Online] Bundesministerium der Justiz — Waffengesetz, Anlage 2 (Waffenliste) , Abschnitt 1 Nr. 1.2.1.1 — Vollautomaten sind verbotene Waffen Link