Die WaA-Nummer bezeichnet die Abnahmestelle, nicht den Hersteller
- Vorher
- Mehrere Modelleinträge formulierten sinngemäß „WaA37 ist das Abnahmezeichen von C. G. Haenel" beziehungsweise „WaA37 weist auf Haenel". Damit war der Stempel als Herstellernachweis eingeführt — und in einem Fall diente er ausdrücklich dazu, die Fertigung einem Betrieb zuzuschreiben.
- Jetzt
- Die Zahl unter dem Abnahmeadler bezeichnet die Abnahmestelle des Heereswaffenamts, nicht den Fertiger. Solche Stellen saßen zwar in der Regel bei größeren Betrieben, waren aber „häufig auch zuständig für mehrere Firmen in der Umgebung oder in den Zeugämtern". Richtig ist deshalb: WaA37 ist die Nummer der Abnahmestelle, die bei Haenel saß. Ob sie ausschließlich Haenel betreute, ist nicht geprüft — und gerade in Suhl, wo mehrere Waffenfabriken wenige hundert Meter auseinanderlagen, ist die Frage nicht müßig. Die betroffenen Stellen sind entsprechend umformuliert und verweisen jetzt auf den neuen Eintrag Heeresabnahme.
Dies ist keine Richtigstellung einer falschen Tatsache, sondern die Beseitigung einer Kurzform, die mehr behauptet als sie trägt — und die genau dorthin führt, wo dieses Register schon mehrfach hingeraten ist.
Warum die Kurzform gefährlich ist
„WaA37 = Haenel” ist als Merkhilfe brauchbar und als Beweis untauglich. Der Unterschied wird sichtbar, sobald man den Schluss umdreht:
- Ein Haenel-Stück trägt WaA37. Plausibel, wenn die Stelle dort saß.
- Ein Stück mit WaA37 stammt von Haenel. Nicht ohne Weiteres — es kann von jedem Betrieb stammen, den diese Stelle betreute.
Der zweite Schluss ist der, den man beim Bestimmen eines unbekannten Stücks zieht. Genau dort versagt er.
Ein Befund aus dem eigenen Bestand
Das Register führt an einem Modell drei verschiedene Abnahmenummern im Fertigungsverlauf: WaA613, WaA103 und WaA140. Mit „die Nummer steht für den Hersteller” ist das nicht zu erklären, ohne drei Hersteller anzunehmen. Mit „die Nummer steht für eine Stelle” ist es zwanglos zu erklären: Stellen werden umgegliedert, umbenannt und neu zugeschnitten — Werke nicht.
Dieser Widerspruch stand seit Anlage des Eintrags im Register, ohne dass jemand ihn gezogen hat.
Was daraus folgt
Erste Regel: Ein Abnahmezeichen belegt die Abnahme, nicht die Fertigung. Es sagt, dass ein Stück geprüft und angenommen wurde, und über welche Stelle das lief. Wer daraus einen Fertiger macht, hat eine Organisationsangabe in eine Ortsangabe verwandelt — derselbe Sprung, der bei den Fertigungskennzeichen die häufigste Ursache falscher Ortszuschreibungen ist.
Zweite Regel: Wo eine Kurzform durch viele Einträge wandert, braucht sie einen Ort, an dem steht, was sie bedeutet. Die Heeresabnahme wurde in 22 Dateien dieses Registers berührt und hatte bis heute keinen eigenen Eintrag — was überall vorkommt, gilt als bekannt und wird nirgends geprüft. Der Eintrag Heeresabnahme schließt diese Lücke.
Dritte Regel: Auch die neue Aussage steht auf schwachem Grund. Dass die Zahl die Abnahmestelle bezeichnet, entnimmt dieses Register einer Forendarstellung, die sich auf einen Bundesarchivbestand beruft, ohne die Aussage einzeln zu belegen. Sie ist plausibler als die Kurzform, die sie ersetzt, aber sie ist nicht besser belegt als „plausibel”. Der Belegstatus des neuen Eintrags sagt das.
Quellen
- [Online] Radiomuseum — BAL, BA und WaA-Stempelung , „Die Zahl bezeichnet die Abnahmestelle"; diese war „häufig auch zuständig für mehrere Firmen in der Umgebung oder in den Zeugämtern" Link
- [Online] Wikipedia (en) — Waffenamt , Umfang der Heeresabnahme 1940 — 25.000 Personen in fünf Abteilungen und 16 Inspektionsbezirken Link