Modell
Suhl Modell 150
- Fertigung
- VEB Ernst-Thälmann-Werk
- Kaliber
- .22 lfB
- Zeitraum
- 1960–1990
- Belegstatus
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden
NEU IN DIESER FASSUNG und der Grund für die Anhebung des Belegstatus von „ungeklärt" auf „plausibel": Es liegt jetzt eine WERKSQUELLE vor. Die Bedienungsanleitung „Kleinkaliber-Gewehr Modell 150 – Standard –" des VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerks „Ernst Thälmann" Suhl, 60 Suhl, Auenstraße, trägt den Druckvermerk „V 20-17 SG 132-59 5 11.75 WS" und ist damit auf November 1975 datiert. Aus ihr stammen: Gesamtlänge 1130 mm, Visierlinie 820 mm, Kaliber 5,6 mm, Masse rund 4,850 kg, Munitionsbezeichnung „.22 lang für Büchsen", Einschießentfernung 50 m, die sechzehnteilige Teileliste des Verschlusses (darin Auszieher, Hülsenhalter, Spanngriff, Rastzahn, Schlitzmutter, Kammer, Schlagbolzen, Verschlusskappe), das Entspannen des Schlagbolzens über Druckbolzen und Spanngriff, die FÜNF Abzugsschrauben samt Verstellbereich 200 bis 600 Pond und der Umbau zum Direktabzug, die Kornstaffelung (Balkenkorn 2,0 bis 2,4 mm, Ringkorn 3,5 bis 3,8 mm, je in Zehntelschritten), die sechs Diopterscheiben, die Klemmung des Diopters auf der Laufhülse mit Klemmbohrung 10 bis 15 mm und die Verstellung der Gummischaftkappe um rund 30 mm. KORRIGIERT wurde daraufhin eine Angabe der früheren Fassung: Sie führte eine „UIT-Schiene zur Aufnahme genormter Matchvisiere". Die Werksanleitung nennt keine Schiene, sondern eine Klemmung mit Kordelmutter und Klemmhaken unmittelbar auf der Laufhülse. Ob spätere Baustände eine Schiene erhielten, ist offen; die Angabe ist hier zurückgenommen und nicht ersetzt. WEITERHIN NICHT BELEGT sind Einführungsjahr, Fertigungszeitraum, Stückzahlen und Modellchronologie. Die Eckjahre 1960 und 1990 im Datensatz stehen unverändert und sind vorläufig; sie dürfen NICHT zitiert werden. Gesucht wurde nach: einer Werks- oder Außenhandelsdarstellung mit Einführungsdatum, einem DDR-Sportverbandsdokument, einer Fertigungsstatistik und einer Typenchronologie der Suhler KK-Sportwaffen. Gefunden wurde nichts davon; die einzige zeitliche Verankerung ist der Druckvermerk der Anleitung (11/75) und ein Händlerstück mit Waffenpass von 1977. Die einschlägige Primärdarstellung wäre Ernst G. Dieter, „Sportgewehre und Sportpistolen Kaliber .22 aus Suhl und Zella-Mehlis"; sie ist für diesen Eintrag NICHT eingesehen worden. NICHT BELEGT ist ferner die Lauflänge: Die Werksanleitung gibt sie nicht an, die kursierenden rund 660 mm stammen aus Händlerbeschreibungen. Aus Gesamtlänge und Visierlinie ist sie NICHT herzuleiten, weil Diopter und Kornfuß verschiebbar sind. NICHT BELEGT ist die Verriegelungsfläche: Die Anleitung nennt sie nicht, und aus dem Fehlen von Verriegelungswarzen in der Teileliste folgt nichts, weil angearbeitete Warzen dort ohnehin nicht als Einzelteil erschienen — der Eintrag führt die Frage deshalb ausdrücklich als offen. EBENSO OFFEN ist, ob der Verschluss einen Erstauszug hat; das setzte eine Steuerfläche voraus, über die die Anleitung nichts sagt, und die frühere Fassung dieses Eintrags wie auch ein Zwischenstand dieser Fassung haben ihn zu Unrecht behauptet. UNGEKLÄRT bleibt schließlich, ob die Hülse ausgeworfen oder nur gehalten wird; ein Auswerferblatt kommt in der Anleitung nicht vor. Die frühere Fassung dieses Eintrags behauptete den Auswurf. DIE KRAFTRECHNUNG in Schritt vier ist ein ÜBERSCHLAG DIESES REGISTERS und kein Quellenwert. Angesetzt sind der C.I.P.-Höchstgebrauchsgasdruck von 170 MPa und der Hülsenbodendurchmesser von 5,7 mm; die Wandstärke ist vernachlässigt, was die Kraft eher überschätzt. Der Vergleichswert von rund 20 kN für die Normalpatrone 12/70 stammt aus dem Eintrag zur Bockdoppelflinte und ist dort ebenso als eigene Ableitung geführt. Der Wert von rund 34 kN für die 8 × 57 IS ist HIER NEU gerechnet: 300 MPa Gebrauchsgasdruck nach dem Eintrag zum Karabiner 98a, angesetzt auf einen Hülsenbodendurchmesser von rund 11,9 mm, für den diesem Register keine eigene Quelle vorliegt. Alle drei Werte sind nach derselben groben Methode gebildet, weshalb ihr VERHÄLTNIS belastbarer ist als jede Einzelzahl. Verglichen werden darf die Größenordnung und nichts sonst.
So funktioniert sie
Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.
Mechanisch ist dieses Gewehr denkbar einfach, und das ist Absicht. Hinter dem Lauf sitzt ein walzenförmiges Verschlussstück mit seitlichem Griff. Der Griff wird angehoben, das Stück nach hinten gezogen, und das hintere Ende des Laufs liegt frei. Dort wird eine einzelne Patrone von Hand eingelegt — einen Vorratsbehälter gibt es nicht, denn im Wettkampf ist jeder Schuss ohnehin ein eigener Vorgang, und jedes weitere Teil brächte nur Spiel in die Waffe. Beim Vorschieben nimmt das Verschlussstück die Patrone mit und schiebt sie in den Lauf; das Niederdrücken des Griffs hakt es im Gehäuse fest, sodass es dem Druck des Schusses nicht nachgeben kann. Beim Abdrücken schlägt ein Bolzen nicht auf die Mitte des Patronenbodens, sondern auf dessen umlaufenden Rand — dort sitzt bei dieser Munition der Zündstoff. Danach wird das Verschlussstück zurückgezogen und die leere Hülse dabei aus dem Lauf gezogen. Besonders ist an der 150 kein einzelner Kunstgriff, sondern eine Folgerung: Weil die verwendete Patrone nur wenig Druck erzeugt, muss dieser Halt nur wenig aushalten. Er darf klein ausfallen, der Weg des Verschlussstücks kurz, der Griff weich zu bewegen, und genau deshalb lässt sich die Waffe bedienen, ohne dass der Schütze Schulter und Kopf und damit sein Zielbild verlässt. Ein Gefechtsgewehr für die volle Gewehrpatrone kann sich das nicht leisten. Zwei Dinge fallen sonst noch auf. Das Gewehr wiegt fast fünf Kilogramm; die Masse soll das Zittern des Schützen dämpfen. Und der Abzug trägt fünf Stellschrauben, mit denen sich einstellen lässt, wie weit und wie schwer der Finger zieht.
Die Suhl 150 war das Kleinkaliber-Matchgewehr der DDR. Sie ist zugleich der einzige Eintrag dieses Registers, bei dem der Begriff „Kleinkaliber” fachlich korrekt ist, denn sie verschießt die Randfeuerpatrone .22 lfB, für die der Begriff im heutigen deutschen Sprachgebrauch reserviert ist. Siehe Patronenklassen und das dort dokumentierte Begriffsproblem.
Für den Zusammenhang des Registers ist sie mehr als ein Sportgerät. Sie ist der Ausgangsbau: Der Suhler Unterlader, das Biathlongewehr des Versuchsbaus, übernahm ihre Systemhülse und ihre Abzugsbaugruppe und tauschte allein aus, was der Biathlon anders braucht. Wer die 150 nicht kennt, kann die Suhler Biathlonwaffen nicht bestimmen.
Konstruktion
Matchgewehr und Ordonnanzrepetierer arbeiten beide mit Zylinderverschluss. Die Auslegung ist gegensätzlich.
| Karabiner 98k | Suhl 150 | |
|---|---|---|
| Zweck | Gefecht | Wettkampf |
| Verriegelung | massiv, zwei tragende Warzen, für Vollpatrone | leicht, für geringen Gasdruck |
| Kammerweg | lang, kräftig zu bedienen | kurz, weich, ohne Absetzen bedienbar |
| Zuführung | Magazin für 5 Patronen | Einzellader |
| Visierung | Kurvenvisier bis 2000 m | Diopter mit Ringkorn |
| Abzug | Druckpunktabzug, zweistufig | Matchabzug mit fünf Stellschrauben |
Ein Vergleich, der dem Erwartbaren widerspricht, kommt hinzu. Für den kaiserzeitlichen Karabiner 98a nennt dieses Register Angaben zwischen 3,2 und 3,8 kg; das Matchgewehr wiegt nach seiner Werksanleitung rund 4,85 kg. Es ist also schwerer als ein Militärkarabiner, obwohl es die weit schwächere Patrone verschießt. Masse ist bei dieser Waffe kein Nebenprodukt der Festigkeit, sondern Bauabsicht: Sie dämpft die Bewegung des Schützen, und ein Gerät, das getragen und nicht marschiert wird, darf sie sich leisten.
Aus dem geringen Gasdruck folgt der Rest. Die Rechnung steht oben im Funktionsablauf: rund 4 kN gegen rund 34 kN bei der Gewehrpatrone, beide nach derselben groben Methode und beide Überschläge dieses Registers. Ein Achtel der Last verlangt kein Warzenlager unmittelbar hinter dem Patronenlager, und daraus folgen der kurze Kammerweg, die kleine Drehung und die weiche Bedienung, die den Schützen im Anschlag lässt. Auch hier bestimmt die Patrone die Bauart.
Die Abzugseinrichtung
Fünf Schrauben, und die Werksanleitung sagt zu jeder, was sie tut:
| Schraube | Wirkung |
|---|---|
| 1 | Druckpunktweg — vom Hersteller bereits günstig eingestellt |
| 2 | Druckpunktkraft, Linksdrehung verringert, Rechtsdrehung erhöht; Verstellbereich 200 bis 600 Pond |
| 3 | horizontale Verstellung des Abzugsgriffs |
| 4 | Vorzugskraft, Linksdrehung erhöht, Rechtsdrehung verringert |
| 5 | Vorzugsweg, Linksdrehung verlängert, Rechtsdrehung verkürzt |
Dazu ein Satz, der die Baugruppe erst ganz erklärt: Durch mehrfaches Rechtsdrehen der fünften Schraube bis zu einem merkbaren Anschlag lässt sich der Abzug auch als Direktabzug ohne Vorzugsweg einstellen. Fünf Stellmöglichkeiten und zwei Charaktere in einer Baugruppe, und das in einem Gerät, das ansonsten so einfach gebaut ist, wie es nur geht.
Genau diese Baugruppe wanderte nach Quellenlage vollständig in den Suhler Unterlader. Geändert wurde dort nur der Abzugsbügel, damit der Zeigefinger während des Ladezyklus vorn am Züngel bleiben kann. Wer beide Waffen nebeneinander hat, sieht dieselben Schraubenköpfe.
Die Randfeuerzündung
Bei Zentralfeuerpatronen sitzt die Zündmasse in einem eigenen Zündhütchen im Hülsenboden. Bei der .22 lfB ist sie im umlaufenden Hülsenrand untergebracht; der Schlagbolzen trifft diesen Rand, nicht die Mitte.
Daraus folgen drei praktische Einschränkungen. Randfeuerhülsen lassen sich nicht wiederladen. Die Zündmassenverteilung im Rand ist fertigungsbedingt nie ganz gleichmäßig, was der Präzision eine Grenze setzt, die auch das beste Gewehr nicht überschreitet. Und der Schlagbolzen schlägt bei leerem Lager auf die Kante des Patronenlagers, weil dort im Normalfall der Rand liegt.
Entwicklung
Hier steht wenig, und das ist eine Aussage über die Quellenlage und nicht über die Waffe. Ein Einführungsdatum, ein Entwicklungsauftrag, ein Konstrukteursname: nichts davon lag diesem Register vor. Die einzige harte zeitliche Verankerung ist der Druckvermerk der Werksanleitung. Er lautet 11.75, also November 1975, und beweist damit lediglich, dass das Modell zu diesem Zeitpunkt im Programm stand und eine eigene Anleitung hatte.
Die Anleitung nennt als Herausgeber das VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann”. Dieser Name gilt nach der Chronologie dieses Registers ab 1968; eine Anleitung mit älterer Betriebsbezeichnung würde also einen früheren Baustand belegen und wäre für die Datierungsfrage das nächste zu suchende Papier.
Fertigung
Keine Stückzahl, kein Fertigungszeitraum, keine Jahresausbringung. Was sich sagen lässt, sagt die Anleitung selbst über ihren Absender: 60 Suhl, Auenstraße, Fernruf Suhl 610, Telex 62 206, Drahtwort FAJAS. Ein Betrieb also, der Fernschreiber und Drahtanschrift führt, weil er Ausland bedient.
Am Objekt gibt es dazu ein Kennzeichen, das dieselbe Richtung zeigt. Ein dokumentiertes Einzelstück trägt das Gütezeichen Q 1, das nach der beim Bockdoppelflinten-Eintrag belegten Regelung Erzeugnissen vorbehalten war, die den Höchststand des Weltmarkts mitbestimmten und regelmäßig für den Export in das nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet vorgesehen waren. Ein Q 1 auf einem Matchgewehr ist also derselbe Befund wie ein Q 1 auf einer Bockflinte.
Varianten
Belegt sind zwei Bezeichnungen: das Modell 150 „Standard” und das spätere 150-1, für das Händler einen verstellbaren Schaft angeben. Die Werksanleitung von 1975 gehört zum 150 „Standard” und kennt als Schaftanpassung allein die um rund 30 mm höhenverschiebbare Gummischaftkappe. Weitere Untermodelle, Baustände oder Sonderausführungen sind hier nicht erfasst.
Der Zusatz „Standard” bezeichnet die Wettkampfklasse und nicht die Ausstattungsstufe. Welches Höchstgewicht das internationale Reglement für diese Klasse zur Fertigungszeit vorschrieb, ist diesem Register nicht bekannt; die Anleitung sagt nur, das Gewehr entspreche in seiner Ausführung den internationalen Bestimmungen.
Verwendung
Wettkampf- und Trainingswaffe im Kleinkaliberschießen der DDR bis zur Meisterschaftsebene. Für die Einordnung in den Sportbetrieb, die Rolle des Deutschen Schützenverbandes und die Frage, ob der DDR-Sportwaffenbau eine eigene Konstruktionskultur hervorbrachte, siehe Sportwaffenbau in der DDR.
Für die Bestimmung
Ein Kleinkaliber-Matchgewehr wird anders angesehen als eine Ordonnanzwaffe. Nicht die Vollständigkeit entscheidet über den Wert, sondern der Zustand von Lauf, Lager und Abzug — und alle drei sind an Stellen zu prüfen, die man mit bloßem Auge übersieht.
- Die Randauflage des Patronenlagers. Der erste Blick, und zwar mit Licht von hinten in das leere Lager. Gesucht wird die Schlagbolzenmarke auf der Lagerkante. Sie beweist Trockenabschlagen. Ein Grat oder eine Stauchung dort erklärt schweren Kammerschluss, Zündversager und ausgerissene Ränder und ist der teuerste Schaden, den diese Bauart kennt.
- Der Abzug mit dem Abzugsgewichtsprüfer. Fünf Schrauben und ein Verstellbereich bis hinunter zu 200 Pond bedeuten, dass ein Stück vom Gebrauchtmarkt in unbekanntem Zustand ankommt. Eine Sicherung, die einen zu leicht eingestellten Abzug abfinge, hat die Waffe nicht.
- Der Verschluss in seine sechzehn Teile. Die Anleitung führt den Weg vor: Verschlusskappe bis zum Anschlag nach hinten drehen und abziehen, Hülse abziehen, Schlagbolzen entnehmen, Spanngriff von der Kammer abziehen; Auszieher und Hülsenhalter kommen nach Zurückdrücken ihrer Federbolzen heraus. Zu prüfen sind die Kralle des Ausziehers, die Feder des Hülsenhalters und der Rastzahn.
- Die Verriegelungsfläche. Hier hört der Beleg auf. Ob die Kammer Warzen trägt oder allein über den Wurzelansatz des Spanngriffs trägt, sagt die Werksanleitung nicht. Am zerlegten Verschluss ist es in einer Minute zu sehen, und es gehört festgehalten. Dieselbe Stelle beantwortet die zweite offene Frage: Ist die Anlagefläche schräg angeschnitten, hat der Verschluss einen Erstauszug; ist sie gerade, hat er keinen.
- Diopter und Kornfuß. Beide sind abnehmbar, beide gehören selten noch zum Stück. Der Diopter wird nach der Anleitung mit Kordelmutter und Klemmhaken unmittelbar auf die Laufhülse geklemmt, die Klemmbohrung ist in Zehntelschritten von 10 bis 15 mm gestaffelt. Eine nachträglich aufgesetzte Schiene ist deshalb ein Umbau und kein Originalzustand.
- Der Lauf. Bei Randfeuer sitzt der Verschleiß nicht an der Mündung, sondern im Übergangskegel, und der Belag aus Wachs und Blei täuscht bei ungereinigten Läufen einen besseren Zustand vor, als tatsächlich vorliegt.
Was an dieser Waffe gern nachträglich ergänzt wird, ist die Ausstattung. Die Anleitung trennt dabei zweierlei: Zum Gewehr gehörte ein Zubehörbehälter mit Kornedose, Diopterscheiben, Winkelschraubendreher, Schraubendreher und Reinigungsgerät; als Sonderzubehör führt sie nur Halter, Reinigungsstock und Schießriemen. Der Diopter selbst ist keines von beidem, sondern ein Hauptteil des Gewehrs. Alles davon ist heute einzeln zu beschaffen, und ein vollständig bestücktes Stück ist deshalb nicht ohne Weiteres ein unangetastetes Stück.
Einordnung
Nach den Luftdruckwaffen ist der Sportwaffenbau das zweite Feld, auf dem sich östliche und westliche Erben derselben Region unmittelbar gegenüberstanden: hier die Suhl 150 aus dem VEB Ernst-Thälmann-Werk, dort die Matchgewehre von Anschütz, 1856 in Zella-Mehlis gegründet, 1945 enteignet, 1950 in Ulm neu aufgebaut.
Auch hier gilt der Grund, der die Luftgewehre zum Sonderfall macht: Sportwaffen unterlagen keinen Besatzungsbeschränkungen. Beide Seiten konnten sofort fertigen.
Der zweite Befund ist der wichtigere. Die 150 ist im Suhler Sportwaffenbau kein Endpunkt, sondern eine Plattform. Als der Versuchsbau um 1978 ein Biathlongewehr brauchte, entwarf er nicht neu, sondern nahm Systemhülse und Abzug dieses Matchgewehrs und setzte ein Kniegelenk und ein Magazin hinein. Dieselbe Denkweise steht hinter der Suhler Jagdwaffenfertigung, wo eine Verriegelungslehre über Jahrzehnte durch wechselnde Modellnummern getragen wurde. Ein Betrieb mit knappen Mitteln baut auf dem auf, was er hat.
Waffenrechtliches
Die Suhl 150 ist ein handrepetierender Einzellader im Randfeuerkaliber .22 lfB ohne jede Selbstladefunktion und damit keine Kriegswaffe nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Erwerb und Besitz richten sich nach dem Waffengesetz und setzen ein Bedürfnis voraus; die sportliche Zweckbestimmung ist eindeutig. Dieses Register gibt keine Rechtsauskunft. Siehe Methodik.
Offene Forschungsfragen. Erstens das Einführungsjahr: Die Eckjahre 1960 und 1990 sind vorläufig und stützen sich auf nichts. Gesucht ist ein Werks- oder Außenhandelspapier mit Datum. Zweitens die Modellchronologie: Wie verhalten sich 150, 150 „Standard” und 150-1 zueinander, und gab es Baustände dazwischen? Drittens die Verriegelungsfläche, an einem zerlegten Verschluss in einer Minute zu klären und in keiner eingesehenen Darstellung genannt. Viertens der Auswurf: Wirft die Waffe aus oder hält sie die Hülse? Fünftens die Lauflänge, für die es keine Werksangabe gibt. Sechstens die Frage, ob spätere Baustände eine genormte Visierschiene erhielten, nachdem die Anleitung von 1975 eine Klemmung auf der Laufhülse beschreibt. Und siebtens die Stückzahl, für die dieses Register nicht einmal eine Größenordnung nennen kann.
Konstruktion
- Verschluss
- Zylinderverschluss für Randfeuer, von Hand zu drehen, mit kurzem Kammerweg und auf Matchgebrauch ausgelegt: Die Bedienung soll aus der Anschlagposition ohne Absetzen möglich sein. Der Kammerstängel ist ein eigenes Teil („Spanngriff"), das auf die Kammer aufgeschoben und von einem Druckbolzen in einer Aussparung des Verschlussstücks gehalten wird. Im Stoßboden sitzen einander gegenüber ein federnder Auszieher und ein Hülsenhalter, beide auf Federbolzen. WELCHE FLÄCHE die Verriegelung trägt, sagt die Werksanleitung nicht — und ihre Teileliste kann es auch nicht sagen, weil Warzen an der Kammer angearbeitet und damit keine Einzelteile wären. Ob der Wurzelansatz des Spanngriffs allein trägt, wie beim gewöhnlichen Randfeuersystem, ist am Objekt zu prüfen und hier NICHT belegt.
- Ladeprinzip
- Einzellader, reiner Handrepetierer. Verriegelungsart und Ladeprinzip sind zwei getrennte Achsen und beide zu nennen: verriegelt wird durch Drehen der Kammer, geladen ausschließlich von Hand, Patrone für Patrone. Kein Gasdruck- und kein Rückstoßantrieb, keine Zuführung aus einem Vorrat.
- Zuführung
- Einzelladung — kein Magazin. Im Wettkampf ist jeder Schuss ein eigener Vorgang; ein Magazin brächte keinen Vorteil und nur zusätzliches Spiel ins System. Die Patrone wird in das Ladefenster gelegt und vom Stoßboden ins Lager geschoben.
- Abzug
- Einstellbarer Matchabzug mit FÜNF Stellschrauben nach der Werksanleitung: (1) Druckpunktweg, werksseitig voreingestellt; (2) Druckpunktkraft, Verstellbereich 200 bis 600 Pond; (3) horizontale Verstellung des Abzugsgriffs; (4) Vorzugskraft; (5) Vorzugsweg. Durch mehrfaches Rechtsdrehen der fünften Schraube bis zu einem merkbaren Anschlag wird die Baugruppe zum Direktabzug ohne Vorzugsweg. Dieselbe Baugruppe ging nach Quellenlage vollständig in den Suhler Biathlon-Unterlader über.
- Sicherung
- KEINE Sicherung. Die Werksanleitung führt stattdessen ein Entspannen des Schlagbolzens: Druckbolzen eindrücken, Spanngriff nach rechts drehen. Ein Sicherungshebel oder -schieber kommt in der Anleitung nicht vor.
- Visierung
- Diopter mit Wechselblenden, nach der Werksanleitung mit Kordelmutter und Klemmhaken auf die LAUFHÜLSE geklemmt, Klemmbohrung 10 bis 15 mm in Zehntelschritten; sechs Diopterscheiben wahlweise. Abnehmbarer Kornfuß mit austauschbaren Balkenkornen (Breite 2,0 bis 2,4 mm) und Ringkornen (Durchmesser 3,5 bis 3,8 mm), beide in Zehntelmillimeterschritten gestaffelt. Visierlinie 820 mm. Eine UIT- oder Prismenschiene nennt die Anleitung NICHT.
Maße und Leistung
- Länge
- 1130 mm (Werksanleitung)
- Lauflänge
- Keine Werksangabe. Händler- und Auktionsbeschreibungen nennen rund 660 mm; aus Gesamtlänge 1130 mm und Visierlinie 820 mm folgt keine Lauflänge, weil Diopter und Kornfuß frei verschiebbar sind
- Gewicht
- ca. 4,850 kg (Werksanleitung)
- Magazin
- entfällt — Einzellader ohne Magazin
- V₀
- Keine Werksangabe; die Anleitung nennt allein die Einschießentfernung von 50 m. Bei .22 lfB folgt die Anfangsgeschwindigkeit ohnehin überwiegend der Laborierung und ist kein Waffenkennwert
- Kadenz
- entfällt — Einzellader
Funktionsablauf im Einzelnen
Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.
- 1
Ausgangslage — Kammer vorn, Schlagbolzen gespannt
Die Patrone liegt im Lager, ihr Rand steht in der Randauflage am hinteren Laufende. Der Auszieher liegt mit seiner Kralle über dem Rand, ihm gegenüber drückt der Hülsenhalter. Die Schlagbolzenfeder ist gespannt, der Stollen der Abzugsbaugruppe hält den Schlagbolzen. Eine Sicherung gibt es nicht; wer entladen will, entspannt nach der Werksanleitung von Hand, indem er den Druckbolzen eindrückt und den Spanngriff nach rechts dreht.
- 2
Auslösen — Vorzug, Druckpunkt, Bruch
Der Finger nimmt zuerst den Vorzugsweg auf; Kraft und Weg dieser Stufe stehen auf zwei eigenen Schrauben. Dann steht der Abzug am Druckpunkt, dessen Kraft zwischen 200 und 600 Pond einstellbar ist. Der Stollen tritt aus der Rast, der Schlagbolzen läuft vor.
- 3
Zündung am Rand, nicht in der Mitte
Der Schlagbolzen trifft den umlaufenden Hülsenrand, in dem der eingeschleuderte Zündsatz sitzt, und quetscht ihn gegen die Randauflage des Patronenlagers. Zwei Folgen ergeben sich unmittelbar: Er muss den Rand treffen und nicht die Bodenmitte, und er darf bei leerem Lager gar nicht vorschnellen, weil er dann auf die Kante der Randauflage schlägt.
- 4
Schuss — was der Verschluss aushalten muss
Der Gasdruck presst den Hülsenboden gegen den Stoßboden. Die Größenordnung dieser Kraft trägt die ganze Bauart: Bei 170 MPa Höchstgebrauchsgasdruck nach der C.I.P.-Tafel und 5,7 mm Hülsenbodendurchmesser ergeben sich rund 4 kN, gegen rund 20 kN bei der Normalpatrone 12/70 und rund 34 kN bei der 8 × 57 IS. Ein Achtel der Last einer Gewehrpatrone verlangt keine Warzenverriegelung.
- 5
Entriegeln
Das Anheben des Spanngriffs dreht die Kammer aus ihrer Anlage. OB DABEI EIN ERSTAUSZUG STATTFINDET, ist hier NICHT belegt: Ein Erstauszug setzt eine Steuerfläche voraus, die die Drehung in einen kleinen Rückweg der Kammer übersetzt, und über die tragenden Flächen dieses Verschlusses sagt die Werksanleitung nichts. Randfeuerhülsen sitzen fester an, als der niedrige Druck vermuten lässt, weil sie aus weichem Messing bestehen und der Rückstand gewachster Geschosse im Lager bleibt; ein Widerstand beim Öffnen am verschmutzten Lager beweist deshalb noch keine Steuerfläche. Am zerlegten Verschluss ist die Frage zusammen mit der Verriegelungsfläche zu klären.
- 6
Rücklauf, Ausziehen, Freigabe des Ladefensters
Die Kammer läuft zurück, die Auszieherkralle zieht die Hülse am Rand aus dem Lager, der gegenüberliegende Hülsenhalter drückt sie gegen die Kralle und hält sie am Stoßboden. Der Weg muss die Patronengesamtlänge von rund 25 mm überschreiten, damit die nächste Patrone eingelegt werden kann; weil die .22 lfB kurz ist, darf auch der Kammerweg kurz bleiben, und genau das macht diese Bauart matchtauglich. Eine Werksangabe zum Kammerweg gibt es nicht. Ob am Ende ein Auswerfer die Hülse auskippt oder ob sie gehalten und entnommen wird, ist HIER NICHT ENTSCHIEDEN: Die Teileliste der Werksanleitung führt Auszieher und Hülsenhalter, aber kein Auswerferblatt.
- 7
Einlegen der nächsten Patrone
Die Patrone wird von Hand in das Ladefenster gelegt. Einen Zuführwinkel gibt es nicht und keine Rampe, an der sich etwas verkanten könnte; sie liegt in der Achse des Lagers, bevor die Kammer sie berührt. Der Einzellader kauft sich damit einen Vorteil, den kein Magazingewehr hat: Die Patronenlage ist bei jedem Schuss dieselbe.
- 8
Vorschieben und Verriegeln
Der Stoßboden schiebt die Patrone ins Lager, bis der Rand in seiner Auflage sitzt; deren Tiefe entspricht der Randstärke von rund 1,1 mm. Wichtig ist, was dabei NICHT geschehen darf: Der Rand trägt den Zündsatz und darf zwischen Stoßboden und Lagerkante nicht gequetscht werden — bei Randfeuer ist das der Weg zum Zünden beim Zuführen. Deshalb wird von Hand eingelegt und nicht mit Schwung zugeschoben. Das Niederdrücken des Spanngriffs dreht die Kammer in ihre Anlage zurück.
- 9
Rückstellen des Abzugs
Einen Unterbrecher wie beim Selbstlader braucht diese Waffe nicht, weil kein Zyklus selbsttätig abläuft. An seine Stelle tritt die Zwangsfolge: Der Stollen fasst erst wieder, wenn der Schlagbolzen beim Bedienen der Kammer über ihn hinweggeführt worden ist, und die Abzugsfeder stellt Züngel und Vorzugsweg zurück. AN WELCHER STELLE die Schlagbolzenfeder gespannt wird, sagt die Werksanleitung nicht; dieselbe Lücke besteht beim abgeleiteten Biathlongewehr.
Schemaskizze, nicht maßstäblich
- 1 Verriegelt: Zwei vordere Verriegelungswarzen am Kammerkopf liegen unmittelbar hinter dem Patronenlager in Rastflächen des Hülsenkopfs; eine dritte, hintere Warze dient als Sicherheitsreserve.
- 2 Entriegeln: Der Kammerstängel wird nach oben gedreht. Die Warzen treten aus den Rastflächen, und eine Steuerfläche zieht die Kammer zugleich ein Stück zurück — das löst die Hülse aus dem Lager (Erstauszug).
- 3 Zurückziehen und Vorschieben: Die Kammer läuft zurück, der Auszieher hält die Hülse, der Auswerfer wirft sie aus. Beim Vorschieben nimmt der Stoßboden die oberste Patrone aus dem Kastenmagazin mit; Niederdrücken des Stängels verriegelt erneut.
Vergleichsstücke außerhalb der Region
Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.
Anschütz Matchgewehre
J. G. Anschütz · Deutschland (Ulm)- System
- Kleinkaliber-Matchgewehre, Zylinderverschluss, Einzellader, .22 lfB
- Unterschied
- Das westliche Gegenstück — und aus demselben Ursprung: Anschütz wurde 1856 in Zella-Mehlis gegründet, wurde 1945 enteignet und baute 1950 in Ulm neu auf. Beide Linien fertigten Matchgewehre derselben Klasse für denselben Wettkampfzweck.
- Befund
- Nach den Luftgewehren der zweite Fall unmittelbarer Ost-West-Konkurrenz aus geteiltem Ursprung. Sportwaffen unterlagen wie Luftdruckwaffen keinen Besatzungsbeschränkungen — siehe J. G. Anschütz, Zella-Mehlis.
Suhler Unterlader (Modelle 626, 626-1, 628)
VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann" · DDR (Suhl) · 1978 plausibel- System
- KK-Biathlongewehr, Kniegelenkverschluss nach Art des Systems Henry, Fünfschussmagazin, .22 lfB
- Unterschied
- Kein Konkurrent, sondern der Abkömmling. Systemhülse und Abzugsbaugruppe des Modells 150 wurden übernommen, die Abzugsgruppe nach Quellenlage vollständig; ausgetauscht wurde genau das, was der Biathlon anders braucht. Der Abzugsbügel ist geändert, damit der Zeigefinger während des Ladezyklus vorn am Züngel bleiben kann, und an die Stelle der Kammerdrehung tritt eine über den Totpunkt gestreckte Gelenkkette.
- Befund
- Für die Bestimmungsarbeit die wichtigste Beziehung dieses Eintrags. Wer ein Suhler Biathlongewehr vor sich hat, prüft zuerst die vom 150 geerbten Baugruppen, und wer eine 150 vor sich hat, hält mit ihr den Ausgangsbau einer Konstruktionslinie in der Hand, die bis 1991 lief.
Haenel Modell 312
VEB Ernst-Thälmann-Werk · DDR (Suhl) · 1966- System
- Federkolben-Luftgewehr, Seitenspanner, Einzellader, Diopter
- Unterschied
- Dasselbe Werk, derselbe Zweck — Wettkampfschießen —, aber eine Stufe darunter in der Ausbildungsfolge: erst Luftgewehr, dann Kleinkaliber. Die Maße zeigen, wie nah sich die beiden Geräte kommen: 1130 gegen 1066 mm Gesamtlänge, rund 4,85 gegen 4,4 kg. Wer von der 312 auf die 150 wechselte, fand eine Waffe ähnlichen Gewichts und ähnlicher Länge vor.
- Befund
- Beide zusammen bilden die Sportschützenausbildung der DDR ab. Der Weg vom Luftgewehr zur Kleinkaliberbüchse war der übliche Werdegang.
Bekannte Schwächen
Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.
-
Randfeuer setzt der Präzision eine Grenze, die keine Waffe überschreitet
Der Zündsatz wird in den Hülsenrand eingeschleudert und verteilt sich dort fertigungsbedingt nie ganz gleichmäßig. Daraus folgt eine Streuung der Anzündung und damit der Anfangsgeschwindigkeit, die außerhalb der Waffe liegt. Für die Bewertung eines Altstücks heißt das: Eine schlechte Gruppe beweist zuerst etwas über die Munitionscharge und erst danach über den Lauf. Wettkampfmunition wird deshalb losweise am Einzelgewehr ausgeprüft.
plausibel
-
Trockenabschlagen zerstört die Randauflage
Bei Randfeuer schlägt der Schlagbolzen ohne Patrone unmittelbar auf die Kante des Patronenlagers. Es entsteht ein Grat oder eine Stauchung genau dort, wo der Rand der nächsten Patrone anliegen soll. Die Folgen reichen von schwerem Kammerschluss über Zündversager bis zu ausgerissenen Rändern. Bei jedem gebrauchten Kleinkaliber-Matchgewehr gehört diese Stelle angesehen, und zwar mit Licht und Lupe von hinten in das leere Lager.
plausibel
-
Der Abzug ist bis unter jede Sicherheitsgrenze verstellbar
Fünf Schrauben, ein Verstellbereich der Druckpunktkraft von 200 bis 600 Pond und die Möglichkeit, den Vorzug ganz herauszunehmen, machen die Baugruppe zum Werkzeug in der Hand des Schützen — und zum Fundstück in unbekanntem Zustand für den, der die Waffe später bewertet. Ein Stück vom Gebrauchtmarkt ist mit einem Abzugsgewichtsprüfer anzusprechen, bevor es geladen wird. Eine Sicherung, die einen Fehlgriff abfangen könnte, hat diese Waffe nicht.
plausibel
-
Keine Sicherung, nur Entspannen
Die Werksanleitung kennt kein Sicherungselement, sondern nur das Entspannen des Schlagbolzens von Hand. Für den Wettkampf ist das folgerichtig, weil dort organisatorisch gesichert wird. Außerhalb der Standordnung ist es eine Eigenschaft, die man kennen muss: Die Waffe ist entweder entspannt oder schussbereit, ein Zwischenzustand ist nicht vorgesehen.
plausibel
-
Schaftausführung der Standardmodelle
Wie bei den Jagdwaffen wirkte sich der Devisenmangel auf die Holzqualität aus. Die Werksanleitung kennt als einzige Schaftanpassung eine Gummikappe, die sich nach Lösen einer Schraube um rund 30 mm nach oben und unten verschieben lässt. Für die spätere Ausführung 150-1 geben Händler einen verstellbaren Schaft an; worin die Verstellung besteht, ist hier nicht belegt.
plausibel
-
Nur Einzellader
Für den Wettkampf ein Vorteil, für Ausbildung und Freizeitgebrauch eine Einschränkung. Wer schnelle Schussfolgen üben wollte, brauchte eine andere Waffe.
plausibel
Verwendung
- Kleinkaliber-Wettkampfschießen in der DDR bis zur Meisterschaftsebene
- Die Werksanleitung bezeichnet die Waffe als Gerät für den Schießsport, geeignet zum Training und zum Wettkampf, und hält fest, sie entspreche in ihrer Ausführung den internationalen Bestimmungen
- Ein bei einem Händler dokumentiertes Stück trägt das DDR-Gütezeichen Q 1 und einen Waffenpass von 1977 — ein Beleg für die Nutzung des Modells in diesem Jahr, nicht für sein Einführungsjahr
- Bis heute auf dem Gebrauchtmarkt gesucht und in Wettkämpfen einsetzbar
Quellen
- [Literatur] Werksanleitung Modell 150 — Bedienungsanleitung Kleinkaliber-Gewehr Modell 150 – Standard – , VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann" Suhl, 60 Suhl, Auenstraße; Druckvermerk V 20-17 SG 132-59 5 11.75 WS, mithin November 1975. Technische Daten S. 2 (Gesamtlänge 1130 mm, Visierlinie 820 mm, Kaliber 5,6 mm, Masse ca. 4,850 kg, Munition „.22 lang für Büchsen", Einschießentfernung 50 m); Hauptteile S. 3; Einzelteile des Verschlusses S. 4 (16 Positionen); Herausnahme und Entspannen S. 5; Zerlegen S. 6 f.; Abzugseinrichtung mit fünf Schrauben S. 8; Visiereinrichtung S. 9 f.; Zubehörbehälter und Sonderzubehör S. 11; Schaftkappenverstellung und Pflege S. 12. Digitalisat im Forumsanhang eines Sportschützenforums, hier am PDF geprüft Link
- [Online] swisswaffen.com — Suhl Mod. 150 Standard .22 Sportgewehr, DDR Link
- [Online] swisswaffen.com — Marktbeobachtung KK-Match-Gewehr Suhl M150 mit Q-1-Punze , Einzelstück Nr. 050 305 mit Gütezeichen Q 1 und Waffenpass von 1977; Marktarchiv einer Auktionsplattform, kein Werksbeleg Link
- [Objektbefund] Dorotheum — KK-Einzelladerbüchse mit Zylinderverschluß, Suhl, Mod. 150 Standard, Kal. .22 l. r. , Auktionsbeschreibung, Zuschlag 30.09.2022; bestätigt Einzellader und Zylinderverschluss am Objekt Link
- [Online] Wikipedia (en) — .22 Long Rifle , C.I.P.-Höchstgebrauchsgasdruck 170 MPa, Hülsenbodendurchmesser 5,7 mm, Randdurchmesser 7,1 mm, Randstärke 1,1 mm, Hülsenlänge 15,6 mm, Patronengesamtlänge 25,4 mm, Randfeuerzündung, Geschoss mit abgesetztem Fuß Link
- [Literatur] Deutsche Nationalbibliothek — Ernst G. Dieter, Sportgewehre und Sportpistolen Kaliber .22 aus Suhl und Zella-Mehlis , NICHT EINGESEHEN. Hier benannt als die Darstellung, an der Einführungsjahr, Fertigungszeitraum und Modellchronologie zu prüfen wären Link